Ergebnisse der stationären Berechnung
Ergebnisse der stationären Berechnung auswerten: Falschfarben im Netz, Ergebnistabellen, Druckprofil zum Schlechtpunkt und Pumpenauslegung
Überblick
Nach der Berechnung stellt VICUS Districts die Ergebnisse je Betriebspunkt dar: als Falschfarben im 3D-Netz, in Ergebnistabellen für Rohre, Energiezentralen und Abnehmer, als Streckenprofil entlang eines Versorgungspfads (Druckprofil zum Schlechtpunkt) und in der Pumpenauslegung. Die Ergebnisse sind Teil der Projektdatei und stehen nach erneutem Öffnen des Projekts weiterhin zur Verfügung.
Aufruf
Schaltfläche Stationäre Berechnung in der linken Werkzeugleiste. Die Ansicht enthält oben die Netzauswahl und die Betriebspunktliste sowie darunter die drei Bereiche Ergebnisse, Streckenprofil und Pumpenauslegung.
Betriebspunkt wählen
Die Tabelle Betriebspunkt listet alle berechneten Betriebspunkte mit ihrem Status. Die Auswahl einer Zeile schaltet sämtliche Darstellungen (Farben, Tabellen, Profil, Pumpenauslegung) auf diesen Betriebspunkt um.
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| Gültig | Berechnung konvergiert, keine Auffälligkeiten |
| Warnung | z. B. nicht konvergierte Knoten, sehr niedrige Temperaturen oder Abweichung von Soll-Temperatur-/Druckdifferenz am Schlechtpunkt; eine Detail-Schaltfläche öffnet einen Dialog mit empfohlenen Lösungen |
Nach Änderungen am Netz oder an referenzierten Datenbankelementen erscheint der Hinweis „Netz wurde geändert - Ergebnisse sind möglicherweise veraltet” — wiederholen Sie dann die Berechnung.
Bereich Ergebnisse
Der Bereich Ergebnisse enthält vier Reiter: Rohrnetz, Energiezentralen, Abnehmer und Zusammenfassung. Die gewählte Ergebnisgröße färbt das Netz in der 3D-Szene ein (Falschfarben mit Farblegende) und hebt die zugehörige Tabellenspalte hervor.
| Element | Funktion |
|---|---|
| Ergebnisgröße | Größe für Netzeinfärbung und Spaltenhervorhebung |
| Tabelle anpassen | Tabellenspalten ein- und ausblenden |
| Fließrichtung anzeigen | Pfeilspitzen an den Rohren zeigen die berechnete Massenstromrichtung (Standard: aktiviert) |
| Geodätische Höhe berücksichtigen | bezieht den geodätischen Druckanteil aus den Knotenhöhen in die Druckgrößen ein (Standard: aktiviert) |
| Legende bearbeiten … | Wertebereich (Minimum/Maximum) der Farbskala anpassen |
| Tabelle in die Zwischenablage kopieren |
Jede Tabellenzeile enthält zudem eine Schaltfläche In Szene auswählen, die das jeweilige Objekt in der 3D-Ansicht selektiert.
Geodätische Höhe berücksichtigen ist standardmäßig aktiviert und wirkt nur auf die Darstellung: Beide Varianten sind in den Ergebnissen gespeichert, das Umschalten erfordert keine Neuberechnung. Schalten Sie die Option ab, fehlt den angezeigten Drücken genau der Anteil, der für die Einhaltung der Betriebsdrücke maßgebend ist — für die Beurteilung von Höchst- und Mindestdruck lassen Sie sie eingeschaltet. Stehen alle Knoten auf z = 0, etwa weil noch keine Höhenabfrage gelaufen ist, bleibt die Option wirkungslos.
Rohrnetz
Über die Optionen Vorlauf / Rücklauf wählen Sie die dargestellte Netzseite. Verfügbare Ergebnisgrößen:
Druck [bar], Druckverlust pro Meter [Pa/m], Temperatur [°C], Leistung [kW], Auslastung [%], Relative Reserve [%], Reservekapazität [kW], Maximale Kapazität [kW], Volumenstrom [m³/h], Massenstrom [kg/s], Geschwindigkeit [m/s], Druckdifferenz [mbar], Drucküberschreitung [bar], Wärmeverlust [W], Wärmeverlust pro Meter [W/m].
Auslastung, Reserve und Kapazität beziehen sich auf den im Berechnungsdialog eingestellten maximalen Rohrdruckverlust.
Drucküberschreitung [bar] meldet je Rohr, um welchen Betrag der Betriebsdruck die Nenndruckstufe PN des zugewiesenen Rohrtyps überschreitet; solange die Grenze hält, steht 0. Der Wert ist stets ≥ 0 — eine Unterschreitung wird hier nicht ausgewiesen. Überdruck wird gegen Überdruck geprüft, die Prüfung ist damit exakt; ein Rohr ohne zugewiesene Nenndruckstufe wird nicht geprüft.
Die Größe betrachtet ausschließlich die obere Grenze und nur Rohre — Armaturen, Formstücke und Anlagenkomponenten mit eigener Druckstufe bleiben außen vor. Der Verdampfungsnachweis gegen den minimalen Betriebsdruck steckt nicht in ihr, sondern in der Statuszeile des Streckenprofils und im Netzbericht; die Grenzen selbst beschreibt Betriebsdrücke in Wärmenetzen einhalten.
Gut zu wissen
Auslastung [%] und Relative Reserve [%] sind Ihr schnellster Blick auf die Dimensionierungsqualität: Trassen nahe 100 % Auslastung sind Engpässe, Trassen mit hoher Reserve sind überdimensioniert. Da sich beide Größen auf den eingestellten maximalen Rohrdruckverlust beziehen, bewerten Sie stets denselben Bezugswert wie in der Rohrdimensionierung. Färben Sie das Netz über die Ergebnisgröße danach ein, um Reserven und Engpässe auf einen Blick zu erkennen.
Energiezentralen und Abnehmer
Baumansicht je Netzknoten mit den Elementen der zugewiesenen Anlage. Ergebnisgrößen u. a.: Druckdifferenz [bar], Temperaturdifferenz [K], zugeführte Wärme [kW] (Energiezentralen) bzw. entzogene Wärme [kW] (Abnehmer), Eintritts- und Austrittstemperatur [°C], Volumenstrom [m³/h], Ein- und Ausgangsdruck [bar]; je nach Anlagentyp zusätzlich Heizleistung [kW], COP [-], Pumpenwirkungsgrad [%] und Anschlussleistungs-Auslastung [%].
Zusammenfassung
Kennwerte des Betriebspunkts als Tabelle (Name, Wert, Einheit):
- Schlechtpunkt: maßgebender Abnehmer mit Gesamtdruckdifferenz, Druckdifferenz der Pumpe(n) und Temperaturdifferenz. Bei zentraler Pumpe ist der Schlechtpunkt der Abnehmer mit der geringsten, bei dezentralen Pumpen der Abnehmer mit der höchsten Druckdifferenz.
- Energiezentralen: zugeführte bzw. abgeführte Wärme je Zentrale, ggf. COP und Pumpen-Druckdifferenz sowie Summenwerte über alle Zentralen.
- Höhenunterschiede: höchster Punkt des Netzes und Lage der Energiezentralen dazu. Diese Zeile ist der Einstieg in die Druckbeurteilung: Der Mindestdruck wird am höchsten Punkt des Netzes maßgebend, der Maximaldruck am tiefsten — rund 10 m Höhendifferenz entsprechen 1 bar. Maßgebend ist dabei die Höhendifferenz gegenüber dem Referenzknoten der Druckhaltung. Welche Grenzen dabei einzuhalten sind, beschreibt Betriebsdrücke in Wärmenetzen einhalten.
- Rohrnetz: Wärmeverlustleistung (gesamt, pro Länge und relativ zur eingespeisten Wärme), ggf. Wärmegewinne sowie der Anteil der Formstücke am gesamten Rohrdruckverlust.

Streckenprofil (Druckprofil)
Der Bereich Streckenprofil zeigt den Verlauf einer Ergebnisgröße entlang des Versorgungspfads von einer Energiezentrale zu einem Abnehmer — vom Austritt der Quellanlage über den Vorlauf und die Verbraucheranlage zurück durch den Rücklauf. Typische Anwendung ist das Druckprofil zum Schlechtpunkt als Grundlage der Pumpenauslegung.
- Energiezentrale und Verbraucher wählen Sie aus einer Liste, per Klick in der 3D-Szene (Pick-Modus) oder zoomen auf das gewählte Objekt.
- Größe: Temperatur [°C], Druck [bar] oder Höhe [m] (geodätisches Höhenprofil des Strangs).
- Geodätische Höhe berücksichtigen addiert den Anteil zum dargestellten Druckverlauf; deaktiviert werden nur Reibungsverluste gezeigt.
Prüfung der Druckgrenzen
Unter den Auswahlfeldern steht eine Statuszeile, die den Druckverlauf des gewählten Pfads gegen zwei Grenzwerte prüft. Geprüft wird immer der Betriebsdruck, also der Überdruck einschließlich des geodätischen Anteils — unabhängig davon, welche Größe das Diagramm gerade zeigt und ob Geodätische Höhe berücksichtigen aktiv ist, denn die Grenzen gelten für den Druck, der tatsächlich in den Rohren ansteht.
| Geprüfte Größe | Grenzwert |
|---|---|
| Höchster Betriebsdruck | ≤ niedrigste Nenndruckstufe PN der Rohre auf dem Pfad; Überdruck gegen Überdruck, die Prüfung ist exakt |
| Niedrigster Betriebsdruck | ≥ min. Betriebsdruck: Dampfdruck an der heißesten Stelle des Pfads zuzüglich des Sicherheitszuschlags Mindestdruck aus den Allgemeinen Einstellungen, abzüglich des Atmosphärendrucks |
Die Zeile beginnt mit Die Druckgrenzwerte sind eingehalten. oder Die Druckgrenzwerte sind nicht eingehalten. und nennt dahinter je Grenzwert einen Satz mit dem erreichten Wert, dem Grenzwert und — bei einer Verletzung — der Abweichung (überschritten um bzw. unterschritten um). Lässt sich ein Grenzwert nicht bestimmen, etwa weil die Rohre des Pfads keine Nenndruckstufe tragen oder der Betriebspunkt keine Fluidtemperaturen liefert, entfällt der zugehörige Satz; sind beide nicht bestimmbar, bleibt die Zeile leer.
Dieselbe Prüfung dokumentiert der Netzbericht als Tabelle mit Farbfeld — dort steht zusätzlich, woraus die Grenzwerte gebildet werden. Beide werten dieselbe Berechnung aus und kommen daher stets zum selben Urteil. Welche Parameter eingehen, beschreibt Druckberechnung im Netz; die fachliche Begründung der Zuschläge behandelt Betriebsdrücke in Wärmenetzen einhalten.
Der Reiter Diagramm stellt die Kurven für Quellanlage, Vorlauf, Verbraucheranlage und Rücklauf über der Trassenlänge dar. Der Reiter Tabelle listet jeden Abschnitt des Strangs einzeln auf — Rohre ebenso wie Formstücke — mit den Spalten Knoten-Id, Anlage/Rohr, Komponente, Temperatur [°C], Druckverlust dp [mbar], p_in und p_out [bar], Massenstrom [kg/s], Volumenstrom [m³/h], Länge l [m], dp/l [Pa/m], Geschwindigkeit v [m/s], Zeta-Wert [-] und Höhe [m]. Über Tabelle als CSV exportieren speichern Sie die Auflistung als Datei, über
Kopieren übernehmen Sie sie in die Zwischenablage.
Die Profilgröße Höhe [m] und die Tabellenspalte Höhe [m] sind das Werkzeug, um die Knotenhöhen zahlenmäßig zu prüfen: Das Diagramm zeigt den Höhenverlauf des Strangs, die Tabelle den Wert je Abschnitt, und über den CSV-Export prüfen Sie ihn Zeile für Zeile — so finden Sie Knoten, die versehentlich auf 0 stehen geblieben sind. Die Werte sind Knotenhöhen relativ zum Projektursprung, keine absoluten Geländehöhen über Normalnull; für die Druckbeurteilung zählt allein die Differenz.
Pumpenauslegung
Der Bereich Pumpenauslegung listet die Pumpen des gewählten Betriebspunkts mit ihrem Arbeitspunkt (Volumenstrom, Druckdifferenz). Zur ausgewählten Pumpe schlägt VICUS Districts passende Pumpen aus der Datenbank vor:
| Element | Funktion |
|---|---|
| Zuweisen | ausgewählte Datenbank-Pumpe der Anlage zuweisen |
| Anlage bearbeiten … | öffnet den Editor der zugehörigen Anlage |
| Benutzerdefinierte Kennlinie … | eigene Pumpenkennlinie anlegen |
| Kennlinie entfernen | Pumpenkennlinie auf Standardwerte zurücksetzen |
| Anzahl paralleler Pumpen | parallele Pumpen teilen den Volumenstrom bei gleicher Förderhöhe gleichmäßig auf; die Gesamtkennlinie wird horizontal um den Faktor N gestreckt |
Das Diagramm zeigt die Druckdifferenz [bar] über dem Volumenstrom [m³/h] mit Pumpenkennlinie, Anlagenkennlinie und Arbeitspunkt. Nach dem Zuweisen einer Pumpe erscheint der Hinweis „Pumpe wurde neu zugewiesen - Neuberechnung empfohlen” — führen Sie die stationäre Berechnung erneut aus, damit der Arbeitspunkt zur neuen Kennlinie passt. Anlagen mit vereinfachtem Modell können keine Pumpenkennlinie erhalten; wechseln Sie dazu im Anlageneditor auf ein detailliertes Modell.
Speicherung und Export
- Die Ergebnisse werden in der Projektdatei gespeichert (inklusive Rückgängig/Wiederherstellen) und beim erneuten Öffnen wiederhergestellt. Eine Prüfsumme erkennt zwischenzeitliche Änderungen an Netz oder Datenbanken und markiert die Ergebnisse als veraltet.
- Für Pläne exportieren Sie die Ergebnisdarstellung als DXF; das Netz selbst lässt sich zusätzlich als GIS-Daten exportieren. Alle Ergebnistabellen können in die Zwischenablage kopiert werden; die Tabelle des Streckenprofils lässt sich zusätzlich als CSV exportieren.
- Der Netzbericht übernimmt Kennzahlen, Druckprofile, Rohrauslastung und Pumpenauslegung der gewählten Betriebspunkte in ein zusammenhängendes Dokument (PDF, Word, HTML oder AsciiDoc). Die Prüfung gegen Nenndruckstufe und Mindestbetriebsdruck wird dort dokumentationsfertig festgehalten.