Materialien & Konstruktionen
Referenz der Material- und Konstruktionsdatenbank: Baustoffkategorien und -kennwerte, Schichtaufbau mit Live-U-Wert, Verwendungstyp und Schichten spiegeln
Überblick
Materialien sind die Grundbausteine aller opaken Konstruktionen: Sie definieren Wärmeleitfähigkeit, Dichte und spezifische Wärmekapazität eines Baustoffs. Konstruktionen kombinieren Materialien zu Schichtaufbauten, die anschließend über Bauteile den Flächen des Gebäudemodells zugewiesen werden, siehe Konstruktionen zuweisen. Die allgemeine Bedienung der Datenbankdialoge beschreibt das Datenbank-Konzept.
Materialdatenbank
Aufruf über Datenbanken > Materialien… (Dialog “Materialdatenbank”).
Eigenschaften
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Name | - | mehrsprachiger Anzeigename |
| Kategorie | - | Baustoffkategorie zur Einordnung und Filterung |
| Leitfähigkeit | W/mK | Wärmeleitfähigkeit λ |
| Dichte | kg/m3 | Rohdichte ρ |
| Spez. Wärmekapazität | J/kgK | spezifische Wärmekapazität c |
| Hersteller, Datenquelle, Anmerkungen | - | Metadaten (Gruppe “Metadaten”) |
Kategorien
Die Kategorieliste umfasst 13 Werte (Anzeige mit englischen Kennwörtern): Coating (Beschichtung), Plaster (Putz), Bricks (Mauerziegel), NaturalStones (Natursteine), Cementitious (zementgebundene Baustoffe), Insulations (Dämmstoffe), BuildingBoards (Bauplatten), Woodbased (Holzwerkstoffe), NaturalMaterials (Naturbaustoffe), Soils (Böden), CladdingSystems (Bekleidungen), Foils (Folien), Miscellaneous (Sonstiges).
Konstruktionsdatenbank
Aufruf über Datenbanken > Konstruktionen… (Dialog “Konstruktionsdatenbank”). Die Tabelle listet Konstruktionen mit Name und Verwendungstyp; der Bearbeitungsbereich (“Konstruktionseditor”) zeigt Schichtaufbau, Vorschau und U-Wert.
Verwendung der Konstruktion
Das Feld Verwendung der Konstruktion klassifiziert den Aufbau für die Filterung in Auswahldialogen: Außenwand, erdberührte Außenwand, Innenbauteil, Kellerdecke, erdberührte Bodenplatte, Geschossdecke, geneigtes Dach, Flachdach (Auswahlliste in englischer Beschriftung, z. B. “Outside wall construction”). Der Verwendungstyp bestimmt zugleich die Beschriftung der beiden Konstruktionsseiten in der Vorschau, z. B. Innen (A) / Außen (B) bei Wandkonstruktionen oder Boden (A) / Decke (B) bzw. Erdreich (B) bei Decken- und Bodenaufbauten; ohne Verwendungstyp werden die Seiten in der Vorschau neutral mit (A) und (B) bezeichnet. In der Schichttabelle markieren unabhängig davon immer die Zeilen Seite A (oben) und Seite B (unten) die beiden Konstruktionsseiten.
Materialschichten
Die Gruppe Materialschichten enthält das Feld Schichtanzahl und die Schichttabelle mit den Spalten:
| Spalte | Bedeutung |
|---|---|
| Material | Materialauswahl je Schicht; ein Klick öffnet die Materialdatenbank im Auswahlmodus (“<Material wählen>” bei leerer Schicht) |
| Breite [cm] | Schichtdicke; Eingaben unter 1 mm werden abgewiesen (“Die Schichtbreiten müssen größer als 1 mm sein. Kleinere Schichten sind zu vernachlässigen, sie haben keinen Einfluss auf die thermische Speichermasse!“) |
| ρ [kg/m³], cₜ [J/kgK], λ [W/mK] | Kennwerte aus dem gewählten Material (nur Anzeige) |
Die Schichten sind von Seite A nach Seite B geordnet. Bei der Zuweisung an eine Fläche legt die Bauteilzuordnung fest, welche Seite innen bzw. außen liegt, siehe Konstruktionen zuweisen.
Live-U-Wert
Der U-Wert wird bei jeder Änderung des Schichtaufbaus sofort neu berechnet:
mit den festen Wärmeübergangswiderständen m²K/W (innen) und m²K/W (außen). Fehlt einer Schicht das Material oder ist eine Schichtdicke bzw. Wärmeleitfähigkeit ungültig, wird kein U-Wert angezeigt.
Konstruktionsschichten umdrehen
Die Schaltfläche Konstruktionsschichten umdrehen kehrt die Reihenfolge aller Schichten um (Seite A und Seite B tauschen). Das ist z. B. nützlich, wenn ein importierter Aufbau von außen nach innen statt von innen nach außen definiert wurde. Bei eingebauten Konstruktionen ist die Schaltfläche deaktiviert.
Gut zu wissen:
Der im Dialog angezeigte U-Wert dient dem schnellen Plausibilitätscheck mit den Norm-Übergangswiderständen 0,13/0,04 m²K/W. In der dynamischen Simulation rechnet der Solver dagegen mit den Wärmeübergangskoeffizienten der zugewiesenen Randbedingungen und der vollständigen instationären Wärmeleitung durch die Schichten - der effektive Wärmedurchgang kann daher vom Tabellenwert abweichen, siehe Rechenmodell Konstruktionen.