Gebäudestruktur & Begriffe

Begriffe des VICUS-Buildings-Datenmodells: Hierarchie aus Gebäude, Geschoss, Raum, Fläche und Teilfläche sowie Navigationsbaum, Objekt-IDs und Umbenennen

Überblick

Das Datenmodell von VICUS Buildings ist streng hierarchisch aufgebaut. Jedes Objekt gehört genau einer Ebene der Hierarchie an und besitzt eine projektweit eindeutige ID. Der Navigationsbaum links neben der 3D-Szene bildet diese Hierarchie ab und ist zugleich das zentrale Werkzeug für Auswahl, Sichtbarkeit und Umbenennung.

Die Hierarchie: Gebäude → Geschoss → Raum → Fläche → Teilfläche

EbeneBegriff (UI)Beschreibung
1GebäudeOberste Ebene; ein Projekt kann mehrere Gebäude enthalten
2Geschoss (Gebäudeebene)Gliederungsebene unterhalb des Gebäudes mit Höhenlage über Gelände (Elevation) und Geschosshöhe (Standard 2,7 m); Räume werden Geschossen zugeordnet
3RaumThermische Zone der Simulation; trägt Bodenfläche [m²] und Volumen [m³] als Parameter sowie die Zuordnung zum Nutzungsprofil
4FlächeEbenes Polygon (Wand, Boden, Decke, Dachfläche) als Bestandteil eines Raums; über Bauteilinstanzen mit Konstruktionen und Randbedingungen verknüpft
5TeilflächeFenster, Glastür oder opake Teilfläche (Tür) innerhalb einer Fläche; erhält eine Fensterkomponente
5LochÖffnung in einer Fläche ohne eigene thermische Wirkung (z. B. Durchbruch); in einem Loch kann wiederum eine eigenständige Kind-Fläche liegen, siehe Flächen & Löcher

Neben der Gebäudehierarchie enthält ein Projekt weitere Objektgruppen, die im Navigationsbaum als eigene Wurzelknoten erscheinen:

  • Verschattungsobjekte — Geometrie ohne thermische Zone, die nur die Verschattung beeinflusst, siehe Verschattungsgeometrie
  • Zeichnungen / DXFs — importierte DXF- und GIS-Zeichnungen als Unterlage, siehe DXF-Import
  • Bilder — importierte PDF-/Bild-Unterlagen, siehe GIS & PDF/Bild-Import
  • OpenStreetMap — mit den Unterknoten Karte, OSM Grundlayer, OSM Straßen & Schienen und OSM-Gebäude, siehe OSM-Import
  • Netze — nur im Arbeitsbereich Wärmenetz relevant

Der Navigationsbaum zeigt für jedes Objekt drei Bedienelemente pro Zeile:

  • Glühbirnen-Symbol — Sichtbarkeit des Objekts in der 3D-Szene ein-/ausschalten. Der Klick wirkt auf das Objekt und alle Kindobjekte; mit gehaltener Umschalt-Taste nur auf das Objekt selbst.
  • Auswahl-Kästchen — Auswahlzustand des Objekts (synchron mit der Auswahl in der Szene); auch hier gilt: Klick inklusive Kindobjekte, Umschalt+Klick nur das Objekt selbst.
  • Objektname — per Inline-Bearbeitung änderbar (siehe unten).

Kategorieknoten (z. B. Gebäude, Verschattungsobjekte) besitzen weder Glühbirne noch Auswahl-Kästchen. Flächen mit ungültiger Polygon-Geometrie werden rot dargestellt und tragen einen Tooltip wie Ungültige Polygon-/Lochgeometrie; solche Flächen lassen sich mit den Funktionen unter Ausrichten & Reparieren korrigieren. Der Einklapp-Zustand des Baums bleibt bei Projektänderungen erhalten.

Die Werkzeugleiste über dem Baum (Entfernen, Ein-/Ausblenden, Auswahl) ist in Auswahl & Sichtbarkeit beschrieben.

Objekt-IDs anzeigen

Jedes Objekt (Gebäude, Geschoss, Raum, Fläche, Teilfläche, Verschattungsobjekt) besitzt eine eindeutige numerische ID, die beim Anlegen vergeben wird. Der Menüpunkt Ansicht > IDs im Navigationsbaum anzeigen blendet die IDs kursiv rechts neben dem Objektnamen ein.

Die IDs sind vor allem bei der Ergebnisauswertung wichtig: Ausgabedefinitionen und Ergebnisdateien der Simulation referenzieren Zonen und Konstruktionen über ihre IDs, siehe Ausgaben definieren. Auch die Intelligente Auswahl kann nach IDs filtern.

Objekte umbenennen

Objektnamen werden direkt im Navigationsbaum bearbeitet (Doppelklick auf den Namen). Dabei gilt:

  • Der neue Name wird bei Bedarf automatisch eindeutig gemacht (Anhängen eines Nummern-Suffixes), damit keine zwei Geschwisterobjekte denselben Namen tragen.
  • Ein leerer Name wird verworfen; der bisherige Name bleibt erhalten.
  • Die Umbenennung ist eine Undo-fähige Aktion (Objekt in „…” umbenannt).
  • Ist die ID-Anzeige aktiv, wird der ID-Anteil [ID] beim Speichern des Namens automatisch entfernt.

Räume ohne Namen erscheinen im Baum als unbenannt; Teilflächen und Löcher ohne Namen erhalten automatisch generierte Namen (Sub-surface 1, Hole 1, …).

Gut zu wissen:

Vergeben Sie systematische Raum- und Flächennamen (z. B. „EG.01 Büro Nord”), bevor Sie Ausgaben definieren: In den Ergebnisdateien und im PostProc erscheinen die Objekte mit Namen und ID — sprechende Namen ersparen später das Rückwärtssuchen über die ID-Anzeige des Navigationsbaums.

Struktur verwalten

Das Anlegen und Umorganisieren von Gebäuden, Geschossen und Räumen (inklusive Zuweisen von Räumen zu Geschossen) erfolgt in der Geschossverwaltung im Modus Struktur, siehe Geschossverwaltung. Bodenfläche und Volumen der Räume werden unter Raumeigenschaften angezeigt, aus der Geometrie berechnet und repariert. Räume lassen sich zusätzlich unabhängig von der Gebäudehierarchie zu Struktureinheiten gruppieren.

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