Heizkurve einstellen & Austrittstemperatur begrenzen

Nahwärmenetz Teil 5: Heizkurve konfigurieren und Austrittstemperatur der Übergabestationen begrenzen

Überblick ▶ 0:09

Nahwärmenetz zur Konfiguration von Heizkurve und Austrittstemperaturbegrenzung
Konfiguration einer Heizkurve zur Begrenzung der Austrittstemperatur und Abbildung von Unterversorgung

In diesem Tutorial wird gezeigt, wie eine Unterversorgung vereinfacht abgebildet und die Austrittstemperatur der Übergabestation begrenzt werden kann, indem eine Heizkurve eingestellt wird.

Das einfache Wärmeübertrager-Modell ▶ 0:31

Einfaches Wärmeübertrager-Modell ohne Berücksichtigung der Vorlauftemperatur
Einfaches Modell: Wärmeentnahme entsprechend dem Gebäudebedarf ohne Berücksichtigung der Eintrittstemperatur

Bei der einfachen Hausübergabestation mit dem einfachen Wärmeübertrager wird dem Netz immer Wärme entsprechend dem eingestellten Gebäudebedarf entzogen. Dieses Modell berücksichtigt zunächst nicht, welche Vorlauftemperatur bzw. Eintrittstemperatur tatsächlich aus dem Netz zur Verfügung steht. Das kann dazu führen, dass gerade bei Anfahrzuständen im Netz — wenn das Netz ausgekühlt ist — Wärme entzogen wird, obwohl die Eintrittstemperatur nicht ausreichend ist.

Begrenzung der Austrittstemperatur aktivieren ▶ 1:25

Aktivierung der Austrittstemperaturbegrenzung durch Heizkurve in der Anlage
Aktivierung der Option zur Begrenzung der Austrittstemperatur durch die vorgegebene Heizkurve

Um diesen Effekt zu berücksichtigen, gibt es die Option Begrenzung der Austrittstemperatur durch die vorgegebene Heizkurve. Diese wird in der Anlage der Hausübergabestation aktiviert.

Heizkurve einstellen ▶ 1:39

Konfiguration der Heizkurve mit 70 °C Vorlauftemperatur und 15 K Spreizung
Heizkurve einstellen: Konstante Vorlauftemperatur 70 °C auf der Sekundärseite mit 15 K Temperaturdifferenz

Die Heizkurve wird über den Gebäudebedarf konfiguriert:

  1. Einen Abnehmer auswählen.
  2. Die Option Vorlauftemperatur der Heizung bearbeiten.
  3. Die voreingestellte Heizkurve ist ein Datenbankelement. Um Änderungen vorzunehmen, eine Kopie erstellen.
  4. Für dieses Beispiel wird eine konstante Funktion eingestellt: Die sekundärseitige Vorlauftemperatur beträgt 70 °C mit einer Temperaturdifferenz von 15 Kelvin.
  5. Einen aussagekräftigen Namen vergeben (z. B. “Gebäude Konstant”) und auswählen.

Hinweis: Die eingestellte Vorlauftemperatur bezieht sich auf die Sekundärseite, also das Gebäude, nicht auf das Netz.

Heizkurve allen Gebäuden zuweisen ▶ 3:41

Zuweisung der Heizkurve an alle Gebäude über intelligente Auswahl
Gleichzeitige Zuweisung der Heizkurve an alle Abnehmer über Steuerungstaste oder intelligente Auswahl

Um die Heizkurve allen Gebäuden gleichzeitig zuzuweisen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Mit Steuerungstaste und Auswahlfenster das gesamte Netz auswählen und die Heizkurve ändern.
  2. Über die intelligente Auswahl direkt alle Abnehmer auswählen — hier lässt sich zusätzlich nach Anschlussleistung oder Namen filtern.

Simulation mit Heizkurve ▶ 4:47

Simulationsergebnisse mit Wärmedefizit-Peaks bei Anfahrzuständen
Ergebnisse: Kleine Wärmedefizit-Peaks bei Anfahrzuständen des Netzes (unkritisch bei 0,3-0,4 kW)

Nach dem Start der Simulation mit aktivierter Begrenzung der Austrittstemperatur zeigen sich in den Ergebnissen:

  • Die Spreizung auf der Primärseite beträgt weiterhin 15 Kelvin.
  • Unter Absolutes Wärmedefizit erscheinen kleine Peaks. Das Wärmedefizit gibt den Betrag an, um den die aktuelle Heizleistung den Wärmebedarf des Gebäudes unterschreitet. Die Peaks treten in Zeitpunkten auf, in denen das Netz gerade neu anfährt und kurzzeitig eine kleine Unterversorgung besteht. In diesem Fall sind die Werte gering (ca. 0,3 bis 0,4 kW) und als unkritisch zu bewerten.

Vorlauftemperatur im Netz senken ▶ 6:37

Deutliches Wärmedefizit bei gesenkter Vorlauftemperatur von 70 °C
Gesenkter Netzvorlauf (70 °C): Deutliches Wärmedefizit mit dauerhafter Unterversorgung von 2-3 kW

Unter Datenbanken > Heizkurven können sowohl die Gebäude-Heizkurve als auch die Netz-Vorlauftemperatur eingesehen werden. Wird die Vorlauftemperatur im Netz von 80 °C auf 70 °C gesenkt, ändert sich das Bild deutlich:

  • Auf der Primärseite bleibt die Temperaturdifferenz bei etwa 15 Kelvin.
  • Das Wärmedefizit ist nun deutlich erkennbar — nicht mehr nur kleine Peaks, sondern eine dauerhafte Unterversorgung mit bis zu 2 bis 3 kW an einigen Abnehmern.

Dies zeigt, dass die Vorlauftemperatur im Netz nicht beliebig gesenkt werden kann, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

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