EnergyPlus IDF importieren
EnergyPlus-Eingabedateien (IDF) in VICUS Buildings importieren: Textkodierung, Importprotokoll, als neues Projekt oder mit bestehendem Projekt zusammenführen
Überblick
VICUS Buildings importiert EnergyPlus-Eingabedateien (*.idf) mitsamt Geometrie und Konstruktionsdaten. Aus den IDF-Objekten entstehen Gebäude, Räume, Flächen, Fenster und Verschattungsgeometrie im VICUS-Datenmodell; Materialien, Konstruktionen und Verglasungsdaten werden in die Datenbank übernommen. Das importierte Modell kann ein neues Projekt ersetzen oder mit dem geöffneten Projekt zusammengeführt werden.
Aufruf
Menü Import > EneryPlus IDF… (Schreibweise wie im Programm; der Eintrag ist nur im Arbeitsbereich Gebäude sichtbar). Im Dateidialog IDF-Datei auswählen wird die Datei über den Filter EnergyPlus IDF Dateien (*.idf) gewählt; danach öffnet sich der Dialog EneryPlus-IDF importieren.
Import-Dialog
| Element | Bedeutung |
|---|---|
| Importeinstellungen > Textentschlüsselung: | Zeichenkodierung der IDF-Datei: UTF-8, ISO 8859-1 oder ISO 8859-15. Die Kodierung wird beim Öffnen automatisch erkannt und vorbelegt; sie entscheidet darüber, ob Umlaute in Zonen- und Konstruktionsnamen korrekt übernommen werden. |
| IDF importieren | Liest die Datei mit der gewählten Kodierung ein und konvertiert sie in ein VICUS-Projekt (Fortschrittsdialog IDF-Projekt wird importiert, abbrechbar). |
| Protokoll importieren | Importprotokoll: Warnungen erscheinen gelb, Fehler rot. Nach erfolgreichem Durchlauf erscheint die Meldung “IDF-Daten erfolgreich importiert. Bitte überprüfen Sie das Importprotokoll auf Warnungen!”. |
| Als neues Projekt importieren | Schließt das aktuelle Projekt (mit Speicherabfrage) und legt aus den importierten Daten ein neues Projekt an. |
| Mit bestehendem Projekt zusammenführen | Fügt die importierten Gebäude dem geöffneten Projekt hinzu. Die Schaltfläche ist nur aktiv, wenn ein Projekt geöffnet ist; die IDs der importierten Objekte werden automatisch oberhalb der vorhandenen IDs vergeben. |
Beide Übernahme-Schaltflächen werden erst nach einer erfolgreichen Konvertierung freigegeben. Beim Ändern der Textkodierung zeigt das Protokoll eine Vorschau der Material-, Konstruktions- und Zonennamen mit Sonderzeichen in der gewählten Kodierung - so lässt sich die richtige Kodierung vor dem Klick auf IDF importieren prüfen (nach einer erfolgreichen Konvertierung ist die Schaltfläche deaktiviert).
Was importiert wird
- Gebäudestruktur: ein Gebäude (benannt nach der IDF-Datei) mit einem Geschoss Standard-Geschoss; jede EnergyPlus-Zone wird ein Raum.
- Flächen:
BuildingSurface:Detailed-Objekte werden Raumflächen; ungültige oder nicht einfach zusammenhängende Polygone werden im Protokoll gemeldet. - Fenster:
FenestrationSurface:Detailed-Objekte werden Teilflächen mit Fensterkomponenten. - Verschattung:
Shading:Building:Detailed-Objekte werden Verschattungsobjekte. - Datenbankelemente: Materialien, opake Konstruktionen sowie einfache Verglasungssysteme (WindowMaterial:SimpleGlazingSystem mit U-Wert, SHGC und winkelabhängiger SHGC-Kennlinie) und daraus abgeleitete Fenster. Vor dem Anlegen wird gegen die vorhandene Datenbank geprüft - identische Einträge werden wiederverwendet statt dupliziert.
- Randbedingungen und Komponenten: Je nach EnergyPlus-Randbedingung der Fläche werden die Randbedingungen Innenfläche, Bodenbelag (Erdreich), Adiabatische Oberfläche und Äußere Oberfläche angelegt und über Komponenten den Flächen zugewiesen; Flächenpaare zwischen Zonen werden als Bauteilverknüpfungen verbunden.
Konstruktionen mit nicht unterstützten Schichttypen (z. B. gemischte opake und transparente Schichten) werden mit Fehlermeldung im Protokoll übersprungen - der Import läuft weiter, das Modell ist dann an diesen Stellen unvollständig.
Gut zu wissen:
Erscheinen im Protokoll kaputte Umlaute in Material-, Konstruktions- oder Zonennamen, ist die Textkodierung falsch gewählt. IDF-Dateien aus Windows-Programmen sind meist in ISO 8859-15 kodiert (Vorgabe), aktuelle Werkzeuge schreiben oft UTF-8. Beim Umstellen der Kodierung zeigt das Protokoll die betroffenen Namen zur Kontrolle an - erst wenn sie korrekt aussehen, IDF importieren anklicken und in das Projekt übernehmen.
Nach dem Import
Nutzungsprofile, Zeitpläne und Anlagentechnik aus EnergyPlus werden nicht übernommen - dem importierten Modell müssen Nutzungsprofile in VICUS Buildings zugewiesen werden. Die importierten Konstruktionszuweisungen lassen sich im Panel Konstruktionen kontrollieren.