Nutzungs-Untermodelle
Parameterreferenz aller Untermodell-Datenbanken: interne Lasten, Infiltration, natürliche Lüftung, Thermostat, Verschattungs- und Lüftungsregelung, ideale Raumheizung/-kühlung, Flächenheizungen, Versorgungssysteme und Heizkurven
Überblick
Die Untermodelle beschreiben jeweils einen Aspekt der Raumnutzung oder Anlagentechnik und werden in Nutzungsprofilen gebündelt bzw. bei Flächenheizungen direkt zugewiesen. Diese Seite ist die Parameterreferenz der zugehörigen Datenbankdialoge; die allgemeine Bedienung beschreibt das Datenbank-Konzept. Auswahllisten, die aus den internen Kennwortlisten gefüllt werden, erscheinen in englischer Beschriftung.
Interne Lasten: Personen
Datenbanken > Interne Lasten > Personen… (Dialog “Datenbank der Personenlasten”)
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Bilanzierungsmethode | - | Person count (Personenanzahl), Person per m2 (Personen je Fläche), m2 per Person (Fläche je Person) |
| Maximale Personenanzahl | Pers., Pers./m² bzw. m²/Pers. | Bezugswert entsprechend der Methode |
| Belegungszeitplan | - | Zeitplan 0…1, skaliert die Personenzahl |
| Aktivitätszeitplan | W/Pers. | Wärmeabgabe je Person |
| Zeitplan für Feuchteeintrag | kg/Pers. | optional; Feuchteproduktion je Person (für Feuchtebilanz), über die Löschen-Schaltfläche wieder entfernbar |
| Konvektiver Faktor | - | konvektiver Anteil der Wärmeabgabe (0…1), Rest wirkt radiativ |
Interne Lasten: Elektrische Geräte
Datenbanken > Interne Lasten > Elektrische Geräte… (Dialog “Datenbank für elektrische Gerätelasten”)
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Methode | - | Power (Leistung) oder Power per area (Leistung je Fläche); die Einheit des Leistungsfelds wechselt entsprechend zwischen W und W/m² |
| Leistung | W bzw. W/m² | Anschlussleistung entsprechend der Methode |
| Zeitplan (“Name des Zeitplans für die Verwaltung der Leistung”) | - | Nutzungsgrad 0…1 |
| Konvektiver Faktor, Latenter Faktor, Verlustfaktor | - | Aufteilung der Leistung: konvektiv, latent, nicht raumwirksamer Verlust |
Interne Lasten: Beleuchtung und Andere
Datenbanken > Interne Lasten > Beleuchtung… (Dialog “Datenbank für Lichtlasten”) und Datenbanken > Interne Lasten > Andere… (Dialog “Datenbank für andere Lasten”) besitzen die gleichen Felder wie elektrische Geräte, jedoch nur den Konvektiven Faktor (kein latenter bzw. Verlustanteil).
Infiltration
Datenbanken > Lüftung/Infiltration > Infiltration… (Dialog “Infiltrationsdatenbank”)
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Methode | - | normal (konstanter Luftwechsel) oder n50 (Luftwechsel bei 50 Pa Druckdifferenz) |
| Luftwechselrate | 1/h | stündlicher Luftwechsel des Zonenluftvolumens |
| Abschirmungskoeffizient | - | nur bei Methode n50 editierbar; Abschirmkoeffizient nach DIN EN 13789 |
Bei der Methode n50 wird der wirksame Infiltrationsluftwechsel beim Export in das Simulationsmodell aus (Luftwechselrate mal Abschirmkoeffizient) gebildet.
Natürliche Lüftung
Datenbanken > Lüftung/Infiltration > Natürliche Lüftung… (Dialog “Datenbank für natürliche Belüftung”): definiert die Luftwechselrate [1/h] und einen Zeitplan (Zeitplanname), der den Lüftungsverlauf über den Tag steuert. Ein Vorschaudiagramm zeigt den resultierenden Verlauf.
Regelung: Thermostat
Datenbanken > Zonenspezifische Regelungen > Thermostat… (Dialog “Zonenregelungs-Thermostat-Datenbank”)
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Methode | - | Regelgröße: Air temperature (Lufttemperatur) oder Operative temperature (operative Temperatur) |
| Reglertyp | - | Analog (P-Regler mit Toleranzband) oder Digital (Zweipunktregler) |
| Zeitplan des Heizungssollwertes, Zeitplan des Kühlsollwertes | °C | Sollwertverläufe aus der Zeitplan-Datenbank; ein Vorschaudiagramm zeigt Heiz- und Kühlkurve |
| Toleranz | K | Regeltoleranz, zulässig 0,1…50 K |
| Pre-heating time (Vorheizzeit) | h | Vorlaufzeit der Optimum-Start-Regelung vor der ersten morgendlichen Sollwertanhebung; 0 deaktiviert das Vorheizen, maximal 23 h |
Regelung: Verschattung
Datenbanken > Zonenspezifische Regelungen > Verschattung… (Dialog “Zonensteuerungs-Verschattungsdatenbank”)
- Methode: ein globaler Horizontalsensor oder ein Horizontalsensor plus vier vertikale Sensoren (Nord, Ost, Süd, West). Bei der reinen Horizontalvariante sind die Richtungsfelder deaktiviert.
- Globale Sensorparameter: Grenzeinstrahlung je Sensor - Horizontal, Norden, Osten, Süden, Westen [W/m²].
- Totband [W/m²]: Hysterese für alle Sensoren. Überschreitet die Einstrahlung den Schwellenwert, wird die Verschattung aktiviert; sie wird erst deaktiviert, wenn die Einstrahlung unter Schwellenwert minus Totband fällt - das verhindert häufiges Ein- und Ausschalten bei schwankender Einstrahlung.
Regelung: Natürliche Lüftung
Datenbanken > Zonenspezifische Regelungen > Natürliche Lüftung… (Dialog “Zonenreglungsdatenbank natürliche Lüftung”): begrenzt die erhöhte Komfortlüftung (z. B. Fensterlüftung im Sommer).
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Maximale Luftwechselrate Komfort | 1/h | Obergrenze des Komfort-Luftwechsels |
| Mindesttemperatur der Raumluft / Maximale Raumlufttemperatur | °C | außerhalb dieses Bereichs stoppt die Lüftung |
| Maximale Windgeschwindigkeit | m/s | darüber stoppt die Lüftung |
Ideale Raumheizung/-kühlung
Datenbanken > Ideale Raumheizung/-kühlung… (Dialog “Zone Ideale Heiz-/Kühldatenbank”): begrenzt die Leistung der idealen Konditionierung, um unrealistische Leistungsspitzen bei Sollwertsprüngen zu vermeiden.
- max. Heizgrenze [W/m²]: maximale Heizleistung je Quadratmeter Raumfläche; 0 deaktiviert die Heizung.
- max. Kühlgrenze [W/m²]: maximale Kühlleistung; 0 deaktiviert die Kühlung.
Details zum Rechenmodell: Ideale Heizung & Flächenheizung.
Flächenheizungen
Datenbanken > Flächenheizungen… (Dialog “Datenbank für Flächenheiz-/Kühlsysteme”)
- Typ:
Ideal surface conditioning(ideale Flächenkonditionierung) oderWater-based surface conditioning(wasserführendes Rohrregister) - Auswahlliste in englischer Beschriftung. - max. Heizgrenze / max. Kühlgrenze [W/m²].
- Systemparameter (Rohrregister): Rohr aus der Rohrdatenbank, Rohrleitungsabstand [m], Maximale Fluidgeschwindigkeit [m/s], Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf [K].
- Kurven: je eine Tabelle Heizung und Kühlung mit zwei Stützpunkten (Spalten Umgebungstemperatur [C] / Vorlauftemperatur [C]) - eine einfache außentemperaturgeführte Vorlauftemperaturkennlinie. Die Umgebungstemperaturen müssen monoton steigen, die Vorlauftemperaturwerte sich unterscheiden.
Die Zuweisung an Flächen beschreibt Flächenheizung zuweisen.
Versorgungssysteme
Datenbanken > Versorgungssysteme… (Dialog “Versorgungssystem-Datenbank”) definiert, wie Flächenheizungskreise versorgt werden. Der Versorgungstyp schaltet die Eingabefelder um:
| Versorgungstyp | Eingaben |
|---|---|
StandAlone | Maximaler Massenstrom [kg/s] und konstante Vorlauftemperatur [°C] |
DatabaseFMU / UserDefinedFMU | Versorgungs FMU (*.fmu-Datei), Maximaler Massenstrom der FMU [kg/s], Heizleistung der FMU [kW] |
SubNetwork | Versorgung über eine Anlage aus der Anlagen-Datenbank |
Einzelheiten zur Verwendung: Versorgungssysteme; zur FMU-Kopplung: FMU-Cosimulation.
Heizkurven
Datenbanken > Heizkurven… (Dialog “Heizkurven-Datenbank”) beschreibt die Vorlauftemperatur als Funktion der Außentemperatur; ein Diagramm zeigt die resultierende Kurve (bei gesetzter Temperaturdifferenz auch die Rücklauftemperatur). Der Typ bestimmt die Parameter:
| Typ | Parameter |
|---|---|
Constant | Sollwert der Temperatur [°C] |
Linear function | Minimale/Maximale Umgebungstemperatur [°C] mit zugehörigen Sollwerten (Sollwert bei minimaler/maximaler Umgebungstemperatur); außerhalb des Bereichs wird der jeweilige Randwert gehalten |
Root function | Raumtemperatur [°C], Anstieg, Offset [K]: (Radiatorexponent 1,3 fest hinterlegt) |
User-defined time series by values / by file | Zeitreihe der Vorlauftemperatur, direkt eingegeben bzw. aus einer TSV-Datei |
Zusätzlich kann die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf [K] angegeben werden. Heizkurven werden vor allem netz- und anlagenseitig verwendet (Übergabestationen, Energiezentralen).
Gut zu wissen:
Die konvektiven, latenten und Verlust-Faktoren interner Lasten müssen in Summe plausibel bleiben: Nur der konvektive Anteil wirkt unmittelbar auf die Lufttemperatur, der Rest geht als langwellige Strahlung an die Umschließungsflächen bzw. verlässt die Bilanz. Wie die Anteile in die Raumbilanz eingehen, beschreibt Interne Lasten & Lüftung.