Simulation starten

Simulationszeitraum festlegen, Simulation starten oder testinitialisieren, laufende Rechnung stoppen, fortsetzen statt neu starten, Logdatei einsehen und Detaileinstellungen wie Threads und Solver-Meldungsdetail

Überblick

Das Startpanel Start der Simulation ist auf der Seite Dynamische Simulation der Simulationsansicht eingebettet (Schaltfläche Simulation in der linken Werkzeugleiste, F10). Beim Start wird das VICUS-Projekt automatisch in ein NANDRAD-Solver-Projekt umgewandelt (siehe Rechenmodelle im Überblick) und der NANDRAD-Solver ausgeführt.

Simulationszeitraum

FeldBedeutung
Anfangsdatum:Startzeitpunkt im Format tt.mm.jjjj hh:mm:ss (inkl. Startjahr)
Enddatum:Endzeitpunkt; muss nach dem Anfangsdatum liegen
Dauer:Simulationsdauer mit wählbarer Einheit; Ändern der Dauer verschiebt das Enddatum

Die drei Felder sind gekoppelt: Wird das Anfangsdatum hinter das Enddatum gesetzt, korrigiert VICUS Buildings das Enddatum automatisch anhand der eingegebenen Dauer (ersatzweise ein Jahr). Standard bei neuen Projekten ist ein volles Jahr.

Schaltflächen

  • Simulation starten — konvertiert das Projekt, führt die Vorab-Prüfungen aus (siehe unten) und startet den Solver. Während der Rechnung zeigt das Panel Fortschrittsbalken und Status („Simulation läuft…“); mit Laufende Simulation stoppen wird abgebrochen.
  • Testinitialisierung — startet den Solver mit --test-init: Das Projekt wird nur eingelesen und initialisiert, ohne Zeitintegration. Damit lassen sich Eingabefehler schnell finden; anschließend öffnet sich automatisch die Logdatei. Der Hinweis im Panel lautet: „Bevor Sie die Simulation ausführen, sollten Sie die Initialisierung testen, um Eingabefehler zu erkennen.“
  • FMU exportieren… (Umschalt+F4) — erzeugt das NANDRAD-Projekt und startet den FMU-Generator, siehe FMU-Export & Co-Simulation.
  • Simulations-Logdatei öffnen… — zeigt die Datei <Projektname>/log/screenlog.txt des letzten Laufs bzw. der letzten Testinitialisierung an. Bei Fehlern („Bei der Simulation oder Initialisierung ist ein Fehler aufgetreten.“) öffnet sich das Protokoll automatisch.

Fortsetzen oder Neustart

Existiert das Ergebnisverzeichnis des Projekts bereits, fragt der Dialog Solver starten („Das Arbeits-/Ausgabeverzeichnis für dieses Projekt existiert bereits.“):

  • Neustart — startet von vorn; die Unterordner results und log (sowie var/fmus) werden dabei zuvor entfernt (Checkbox Ergebnisverzeichnis vor dem Start der Simulation löschen). Der Ordner input mit zwischengespeicherten Verschattungsdateien bleibt erhalten.
  • Fortfahren — setzt eine unterbrochene Rechnung mit der Solver-Option --restart ab dem letzten Ausgabezeitpunkt fort.

Vorab-Prüfungen beim Start

Vor dem eigentlichen Solver-Start führt VICUS Buildings mehrere Konsistenzprüfungen durch:

  1. Projekt gespeichert? Ungespeicherte Projekte müssen zuerst gespeichert werden („Das Projekt muss gespeichert werden, bevor die Simulation gestartet werden kann.“).
  2. Langwellige Strahlung konsistent? Ist langwelliger Strahlungsaustausch nur an einem Teil der Innenflächen als Randbedingung definiert, bricht der Start mit der Fehlermeldung „Inkonsistente Konfiguration der langwelligen Strahlung“ ab und listet die Flächen ohne Langwellen-Randbedingung auf. Es müssen alle inneren Randbedingungen langwellige Strahlung definieren — oder keine.
  3. Sichtfaktoren aktuell? Wird langwelliger Strahlungsaustausch an Innenflächen verwendet, berechnet VICUS Buildings die View-Factors automatisch neu, sobald deren gespeicherter Geometrie-Hash fehlt oder veraltet ist (Fortschrittsanzeige; schlägt die Berechnung fehl, wird der Start mit einer Fehlermeldung samt Details abgebrochen).
  4. Innenwandkopplungen vorhanden? Koppelt keine einzige Bauteilinstanz zwei Flächen, obwohl ein Gebäude mehrere Räume enthält, warnt der Dialog „Keine Innenwandkopplungen“: Ohne verbundene Innenbauteile findet kein Wärmeaustausch zwischen Räumen über die Gebäudestruktur statt. Die Simulation kann trotzdem gestartet werden; zum Verbinden siehe Innenwände & Bauteilverknüpfungen.
  5. Verschattungsfaktoren aktuell? Hat sich das Projekt seit der letzten Verschattungsberechnung geändert (Hash-Vergleich), erscheint die Warnung „Verschattungsfaktoren veraltet“ mit den Optionen Neu berechnen…, Trotzdem fortfahren und Abbrechen. Siehe Verschattungsfaktoren berechnen.
  6. Pfadlänge — zu lange Projektpfade, die unter Windows die Grenze für Ausgabedateipfade sprengen würden, werden vor dem Start gemeldet.

Bei Projekten mit Wärmenetz kommen Netzprüfungen hinzu (Erdkopplungs-Zeitschritt, geregelte Pumpen ohne begrenzendes Polynom, Gleichzeitigkeitsdaten).

Fehlerbehandlung bei der Projekterzeugung

Schlägt die Konvertierung in das NANDRAD-Format fehl (z. B. fehlende Klimadatei, fehlende Bauteilzuweisungen), zeigt der Dialog „Fehler bei der NANDRAD-Projekterzeugung“ alle gesammelten Fehlermeldungen im Detail an; die Simulation startet nicht.

Detaillierte Einstellungen

Der aufklappbare Bereich Detaillierte Einstellungen enthält die Kommandozeilen-Solver-Optionen:

OptionKommandozeileBedeutung
Detail der Solver-Meldung:--verbosity-level=<0..3>Meldungsumfang: Minimum, Normal (Standard), Detailliert, Sehr detailiert
Anzahl paralleler Threads:-p=<n>1–64 Threads; leer = „automatisch (mit OMP_NUM_THREADS, falls gesetzt)“. Sollte die Zahl physischer CPU-Kerne nicht überschreiten
Schreibe Statistiken für jeden internen Lösungsschritt--step-statsSolver-Statistik je Integrationsschritt für Performance-Analysen
Terminal-Emulator:Nur Linux: Keine (Hintergrundprozess), XTerm, Gnome-Terminal, Konsole. Mit Terminal läuft der Solver als eigenständiger Prozess weiter, auch wenn VICUS Buildings geschlossen wird
Schließe Konsolenfenster nach Simulationsende-xNur Windows
Befehlszeile in die Zwischenablage kopierenKopiert den vollständigen Solver-Aufruf, z. B. für Batch-Läufe

Gut zu wissen:

Führen Sie nach größeren Modelländerungen zuerst eine Testinitialisierung aus: Sie dauert nur Sekunden und meldet dieselben Eingabefehler, die sonst erst beim Simulationsstart auftreten. Zusätzlich erzeugt sie die Liste der verfügbaren Ausgabegrößen, die für die manuelle Ausgabendefinition benötigt wird.

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