Modelloptionen Gebäude

Gebäudeeinstellungen der dynamischen Simulation: Anfangstemperatur und -feuchte, Feuchtebilanz aktivieren, Perez-Strahlungsmodell, Sonnenstrahlungs-Verteilmodell mit Anteilen und Auswahl der simulierten Geometrie

Überblick

Die Modelloptionen des Gebäudes befinden sich in der Simulationsansicht (Schaltfläche Simulation in der linken Werkzeugleiste, F10) auf der Seite Dynamische Simulation (Icon ) im Reiter Gebäudeeinstellungen. Daneben existieren die Reiter Netzeinstellungen (nur bei Distrikt-Projekten sichtbar und nur wählbar, wenn das Projekt ein Wärmenetz enthält) und Performance-Optionen (siehe Solver-Optionen). Unterhalb der Reiter ist das Startpanel eingebettet, siehe Simulation starten.

Alle Einstellungen werden Undo-fähig in den Simulationsparametern des Projekts gespeichert und beim NANDRAD-Export unverändert übernommen.

Anfangsbedingungen

FeldStandardwertBedeutung
Startwert Temperatur:20 °CAnfangstemperatur aller Zonen und Konstruktionen zu Simulationsbeginn (zulässig −50 … 150 °C)
Startwert relative Feuchtigkeit:50 %Anfangswert der relativen Raumluftfeuchte; nur aktiv, wenn die Feuchtebilanz eingeschaltet ist

Gut zu wissen:

Da alle Konstruktionen mit der Anfangstemperatur starten, benötigt das Modell eine Einschwingzeit, bis sich realistische Bauteiltemperaturen eingestellt haben. Für Jahresauswertungen empfiehlt es sich, die Simulation einige Wochen vor dem Auswertungszeitraum beginnen zu lassen oder das erste Ergebnisintervall als Einschwingphase zu betrachten.

Bilanzgleichungen: Feuchtebilanz

Die Checkbox Aktiviere Feuchtebilanzierung schaltet zusätzlich zur Energiebilanz eine Feuchtebilanz der Raumluft frei (NANDRAD-Flag EnableMoistureBalance). Damit werden je Zone relative Feuchte, Wasserdampfdruck und absolute Feuchte berechnet; Lüftung transportiert dann auch Feuchte, und Personen geben Feuchte an den Raum ab (siehe Raumbilanz & Raumzustände und Interne Lasten & Lüftung). Ohne aktivierte Feuchtebilanz ist das Eingabefeld für die Anfangsfeuchte deaktiviert.

Einstellungen Strahlungsmodell

Perez-Strahlungsmodell

Die Checkbox Perez-Strahlungsmodell verwenden aktiviert das anisotrope Diffusstrahlungsmodell nach Perez für die Umrechnung der Diffusstrahlung auf geneigte Flächen (NANDRAD-Flag PerezDiffuseRadiationModel am Standort). Ohne diese Option wird ein isotropes Himmelsmodell verwendet.

Verschattungsberechnung

Der Abschnitt Verschattungsberechnung („Berechnung der Sonnenlichtfaktoren“) ist auf dieser Seite eingebettet; Methoden, Qualitätsstufen und Ausgabeformate beschreibt Verschattungsfaktoren berechnen.

Modell der Sonnenstrahlungsverteilung

Die Auswahlliste Modell der Sonnenstrahlungsverteilung: legt fest, wie durch Fenster eintretende Solarstrahlung im Raum verteilt wird:

  • Verteilung nach Fläche [AreaWeighted] (Standard) — die Strahlung wird proportional zu den Flächeninhalten auf die raumumschließenden Flächen verteilt.
  • Verteilung nach Oberflächentyp [SurfaceTypeFactor] — die Strahlung wird nach benutzerdefinierten Anteilen für Boden, Decke und Wände verteilt.
  • Verteilung basierend auf zonenspezifischen Ansichtsfaktoren [ViewFactor] — Verteilung anhand vorberechneter Sichtfaktoren.

In beiden ersten Modellen wird zunächst der Anteil Prozentualer Anteil der Solarstrahlung, die direkt dem Raumknoten zugeordnet werden: (Standard 10 %) als konvektive Last direkt der Raumluft zugeschlagen. Als Orientierung ist DIN EN ISO 13791 G.2 angegeben: „keine Möbel 0 % | geringe Möblierung 10 % | umfangreiche Möblierung 20 %“.

Nur beim Modell „Verteilung nach Oberflächentyp“ sind zusätzlich die drei Flächenanteile editierbar (Standardwerte in Klammern):

  • Prozentualer Anteil der Sonneneinstrahlung auf Flächen, die dem Boden zugeordnet wird: (40 %)
  • Prozentualer Anteil der Sonneneinstrahlung auf Flächen, die Boden/Decke zugeordnet wird: (Decke, 20 %)
  • Prozentualer Anteil der Sonneneinstrahlung auf Flächen, die Wänden zugeordnet wird: (30 %)

Die drei Flächenanteile plus Raumknoten-Anteil müssen zusammen 100 % ergeben; andernfalls erscheint der Fehlerhinweis „Die Summe der Anteile der Strahlungslast muss 100 % ergeben.“ und die Simulation bricht bei der Parameterprüfung ab.

Simulierte Geometrie

Die Optionsgruppe Simulierte Geometrie steuert, welcher Teil des Modells in das Solver-Projekt exportiert wird:

  • Das gesamte Projekt simulieren (alle Gebäude) — Standard; alle Räume und Flächen werden simuliert.
  • Nur ausgewählte Geometrie simulieren — nur die aktuell in der 3D-Szene ausgewählten Objekte werden exportiert. Diese Einstellung wirkt auch auf die eingebettete Verschattungsberechnung (nur ausgewählte Flächen).

Die Auswahl einzelner Gebäudeteile eignet sich für Detailstudien einzelner Räume oder Geschosse, ohne das Gesamtmodell zu ändern; zur Objektauswahl siehe Auswahl & Sichtbarkeit.

Lizenzhinweis

Enthält die Lizenz keine dynamische Simulation, erscheint der Hinweis „Ihre aktuelle Lizenz beinhaltet nicht die Option für dynamische Simulation. …“ und das Startpanel wird deaktiviert.

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