Automatische Dimensionierung
Wie die dimensionierten Komponentenvarianten Nennvolumenstrom und Nennleistung automatisch aus der Anschlussleistung des Gebäudes bestimmen - und wann individuelle Varianten sinnvoll sind
Überblick
Die Abnehmerkomponenten gibt es in zwei Varianten:
- dimensioniert (auto-sized) – Nennvolumenstrom und Nennleistung werden automatisch aus der Anschlussleistung des jeweiligen Gebäudes bestimmt
- individuell – alle Nennwerte werden von Hand eingegeben
Dimensionierte Varianten existieren für den einfachen Wärmetauscher, die Übergabestation und die quellenseitige Wärmepumpe.
Empfehlung: Verwenden Sie fast immer die dimensionierten Varianten. Eine einzige Anlage kann damit allen Abnehmern des Netzes zugewiesen werden – vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbebetrieb – und jede Übergabestation wird automatisch passend zu ihrem Gebäude ausgelegt.
Was automatisch berechnet wird
Die automatische Dimensionierung erfolgt beim Erzeugen des Simulationsmodells, einzeln für jeden Abnehmerknoten. Der Nennvolumenstrom folgt aus der Anschlussleistung des Gebäudes und der nominalen Temperaturdifferenz des Netzes:
mit der Dichte und der Wärmekapazität des Netzfluids. Je nach Komponente kommen weitere Größen hinzu:
| Komponente (dimensioniert) | Automatisch bestimmt |
|---|---|
| Einfacher Wärmetauscher | Nennvolumenstrom |
| Übergabestation | Nennvolumenstrom und Nennheizleistung (= Anschlussleistung) |
| Wärmepumpe quellenseitig | Nennvolumenstrom und maximale Heizleistung (aus dem Gebäudebedarf; bei Wärmepumpen-Abnehmern um den COP korrigiert, da nur die Verdampferleistung dem Netz entnommen wird) |
Vom Anwender einzustellen bleiben nur die Parameter, die nicht vom Gebäude abhängen – insbesondere der Nenndruckverlust sowie modellspezifische Größen wie die logarithmische Temperaturdifferenz der Übergabestation oder das COP-Polynom der Wärmepumpe.
Datenquellen
- Anschlussleistung: am Abnehmerknoten definiert, siehe Abnehmer & Anschlussleistung
- Temperaturdifferenz des Netzes: Netzparameter, derselbe Wert wie in der Rohrdimensionierung
- Fluideigenschaften: aus dem Fluid des Netzes
Damit ist die Auslegung der Übergabestationen automatisch konsistent mit der Rohrdimensionierung: Beide gehen von derselben Spreizung aus.
In der Praxis:
Für ein ganzes Netz genügt in der Regel eine einzige dimensionierte Übergabestations-Anlage: Weisen Sie sie allen Abnehmern zu, und jede Station legt sich automatisch anhand der Anschlussleistung ihres Gebäudes aus – vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbebetrieb. Eine eigene Anlage je Gebäudegröße brauchen Sie nur noch für die individuellen Sonderfälle weiter unten.
Wann die individuelle Variante?
Die individuellen Varianten sind für Sonderfälle gedacht:
- Nachrechnung einer konkreten Station mit Datenblattwerten (z. B. vorhandene Übergabestation mit bekannter Nennleistung und bekanntem Druckverlust)
- Abweichende Auslegung einzelner Abnehmer, etwa bewusst über- oder unterdimensionierte Stationen
- Komponenten ohne Gebäudebezug, z. B. ein Wärmetauscher innerhalb einer Energiezentralen-Anlage, für den es keine Anschlussleistung gibt
Für individuell parametrierte Abnehmer muss je Gebäudegröße eine eigene Anlage angelegt und zugewiesen werden.
Hinweise
- Bei dimensionierten Komponenten eingetragene Werte für Nennvolumenstrom bzw. Nennleistung werden ignoriert – maßgeblich sind immer die automatisch berechneten Werte.
- Prüfen Sie die Temperaturdifferenz des Netzes: Weicht die tatsächliche Spreizung im Betrieb deutlich vom Nennwert ab, sind die automatisch dimensionierten Volumenströme entsprechend zu groß oder zu klein.
- Rohre und Pumpen werden nicht automatisch dimensioniert – Rohre über die Rohrdimensionierung, Pumpen über die Pumpenauslegung.