TSV-Dateien (Zeitreihen)
Das TSV-Format für Zeitreihen in VICUS Districts: wo TSV-Dateien verwendet werden (Gebäudebedarf, Erdreichtemperatur, Ergebnisse) und wie das Format aufgebaut ist (Tabulator, Kopfzeile, Einheiten)
Überblick
TSV (Tab-Separated Values, tabulatorgetrennte Werte) ist das einfache Textformat, mit dem VICUS Districts Zeitreihen austauscht. Es dient sowohl als Eingabeformat – etwa um einen Gebäudebedarf oder eine Erdreichtemperatur aus einer Datei einzulesen – als auch als Ausgabeformat für Simulationsergebnisse. Eine TSV-Datei ist reiner Text und lässt sich in jedem Texteditor sowie in jeder Tabellenkalkulation (Excel, LibreOffice) öffnen und bearbeiten.
Wo TSV-Dateien verwendet werden
Als Eingabe (Zeitreihe aus Datei referenzieren):
- Gebäudebedarf aus Datei – Heiz-, Kühl- oder Trinkwarmwasserbedarf eines Abnehmers als Zeitreihe (siehe Gebäudebedarf, Modus Benutzerdefinierte Zeitreihen aus Datei).
- Wärmeaustausch mit dem Erdreich oder der Umgebung – Temperatur-Zeitreihe aus einer Datei (siehe Wärmeaustausch-Typen).
- Fahrpläne und Sollwert-Zeitreihen von Anlagen – z. B. vorgegebene Vorlauftemperaturen einer Energiezentrale.
Diese Dateien werden erst zur Simulationszeit gelesen. Änderungen an der Datei wirken sich also aus, ohne dass die Zeitreihe erneut importiert werden muss – nur der Dateipfad wird im Projekt gespeichert.
Als Ausgabe (Ergebnisse):
- Simulationsergebnisse im Textformat – je Ergebnisgröße eine Datei nach dem Muster
<Netzname>.<Größe>.tsv. TSV ist die textbasierte Alternative zum kompakteren Binärformat.btf; die Wahl treffen Sie beim Definieren der Ausgaben. - Export von Tabellen und Diagrammen – Diagrammdaten der Liniendiagramme, des Massenauszugs und der Ergebnis-Zusammenfassung lassen sich als TSV speichern.
Aufbau des Formats
Eine TSV-Datei ist tabellarisch aufgebaut:
- Trennzeichen: ein Tabulator zwischen den Spalten (daher der Name).
- Kopfzeile: Die erste Zeile enthält je Spalte einen Namen und die Einheit in eckigen Klammern, z. B.
Time [h]oderQdot [W]. - Erste Spalte = Zeitachse: monoton steigende Zeitwerte. Zulässige Zeiteinheiten sind
[s],[h]und[d]. - Weitere Spalten = Daten: jede mit eigener Einheit in der Kopfzeile. Die Einheiten werden beim Einlesen automatisch in die intern benötigte Einheit umgerechnet (z. B.
[W]↔[kW]). - Dezimaltrennzeichen: Punkt (
.), nicht Komma. - Leerzeilen werden übersprungen.
Beispiel einer Bedarfsdatei mit Zeit- und Leistungsspalte:
Time [h] HeatingDemand [W]
0 6717.01
1 5563.95
2 5396.58
Spalte auswählen
Enthält eine Datei mehrere Datenspalten, wählen Sie beim Referenzieren unter Spalte in Datendatei auswählen die gewünschte Spalte aus. Angezeigt werden Name und Einheit jeder Spalte; Spalten mit unbekannter Einheit werden ausgegraut und sind nicht auswählbar. Eine kleine Vorschau stellt die gewählte Zeitreihe als Diagramm dar, sodass Sie Datei und Spalte vor der Simulation prüfen können.
Interpolation und Wiederholung
Zwischen den Stützstellen wird linear interpoliert. Deckt die Zeitreihe einen kürzeren Zeitraum ab als die Simulation, wird sie zyklisch wiederholt – ein Tages- oder Jahresprofil setzt sich also automatisch fort.
Dateipfad und Platzhalter
Der Pfad zur TSV-Datei lässt sich relativ zum Projekt über Platzhalter wie ${Project Directory} angeben. So bleibt das Projekt portabel und die Datei wird in einem Projektpaket mit weitergegeben.
Praxis-Tipp:
Erzeugen Sie eine Bedarfsdatei am einfachsten in einer Tabellenkalkulation und speichern Sie sie als Text (Tabulatorgetrennt). Achten Sie auf zwei Details, an denen ein Import sonst scheitert: Dezimalpunkt statt Komma (in deutschsprachigem Excel ggf. die Ländereinstellung anpassen oder Suchen-und-Ersetzen nutzen) und die Einheit in eckigen Klammern in jeder Kopfzelle. Bei benutzerdefinierten Zeitreihen aus Werten liefert die Schaltfläche Kopfzeile für Import kopieren die passende Kopfzeile bereits fertig formatiert.