Netz aus GIS-Daten importieren

Bestehende Netzdaten aus GeoJSON, Shapefile, GeoPackage oder STANET-CSV als Wärmenetz importieren

Überblick

Mit dem Netz-Import übernimmt VICUS Districts vorhandene Netzdaten aus GIS-Systemen direkt als simulierbares Wärmenetz: Rohrleitungen werden zu Trassen (Kanten), Abnehmerpunkte zu Netzknoten mit Anschlussleistung. Das ist der schnellste Weg, ein Bestandsnetz oder ein extern geplantes Netz in VICUS Districts weiterzubearbeiten.

Unterstützte Formate:

FormatDateiendung
GeoJSON.geojson
Shapefile.shp
GeoPackage.gpkg
STANET-Export (CSV).csv

Aufruf

  • Menü Import > Netz GIS Daten … – für GeoJSON, Shapefile und GeoPackage
  • Menü Import > STANET-Netzdaten … – für CSV-Dateien aus STANET (identischer Assistent)
  • alternativ die Schaltfläche GIS im Bereich Import des Panels Geometrie hinzufügen

Der Import läuft als Assistent in vier Schritten ab.

Schritt 1: Datei wählen

Wählen Sie die Importdatei aus. Das Schema der Datei wird automatisch erkannt und angezeigt.

OptionStandardBedeutung
Angewendete räumliche Auflösung0,5 mGeometrische Vereinfachung beim Import: Stützpunkte, die näher beieinander liegen, werden zusammengefasst. Ein größerer Wert reduziert die Knotenanzahl und beschleunigt spätere Berechnungen, glättet aber die Trassengeometrie.
Erste Assistentenseite mit Dateiauswahl, angewendeter räumlicher Auflösung und automatisch erkanntem Schema
Schritt 1 des GIS-Import-Assistenten: Importdatei wählen, das erkannte Schema und die räumliche Auflösung.

Praxis-Tipp:

Die Angewendete räumliche Auflösung ist der wichtigste Regler dieses Schritts: GIS-Trassen enthalten oft sehr viele Stützpunkte, aus denen sonst ebenso viele Netzknoten würden. Ein moderater Wert fasst diese zusammen und hält das Netz schlank und rechenbar. Starten Sie eher konservativ und erhöhen Sie den Wert nur, wenn die Knotenzahl zu hoch bleibt – zu grobe Werte verschieben Trassen spürbar gegenüber der Vorlage.

Schritt 2: Rohre zuordnen

Enthält die Datei Leitungsdaten, ordnet der Assistent den importierten Leitungen Rohre aus der Rohrdatenbank zu:

OptionBedeutung
StandardrohrRohr aus der Datenbank, das verwendet wird, wenn für eine Leitung keine eindeutige Zuordnung über den Durchmesser möglich ist.
Rohre für automatische ZuordnungÜber Rohre wählen … schränken Sie ein, welche Rohre aus der Datenbank für die automatische Zuordnung infrage kommen. Die Zuordnung erfolgt über die Durchmesser-Attribute der Importdatei.

Eine Tabelle zeigt die erkannten Leitungsattribute und die resultierende Rohrzuordnung. Bei mehrdeutigen Durchmessern (mehrere Rohre mit gleichem Durchmesser in der Vorauswahl) erhalten Sie einen Hinweis.

Enthält die Datei keine Rohrdaten, wird dieser Schritt mit dem Hinweis „Keine Rohrdaten in der Importdatei gefunden“ übersprungen.

Schritt 3: Abnehmer konfigurieren

Enthält die Datei Abnehmerpunkte, legen Sie hier Typ und Standardwerte fest. Über Attribute zuweisen ordnen Sie die Spalten bzw. Attribute der Importdatei den VICUS-Eigenschaften zu (z. B. Name, Heizleistung).

OptionStandardBedeutung
TypKnotentyp der importierten Punkte (z. B. Abnehmer).
Standardname„sub station“Name für Abnehmer ohne Namensattribut.
Standard-Heizleistung5 kWMaximale Heizleistung für Abnehmer ohne Leistungsattribut – diese Leistung wird später für die Rohrdimensionierung verwendet.
TrinkwarmwasseraktiviertBerücksichtigt einen Trinkwarmwasseranteil im Bedarf.
Standard-TWW-Anteil15 %Anteil des Trinkwarmwassers am Gesamtbedarf.
Angenommene Wirkungsgradverluste0 %Zuschlag für Verluste zwischen Netzanschluss und Nutzenergie.
Verbunden mit einer WärmepumpeaktiviertAbnehmer wird über eine dezentrale Wärmepumpe versorgt (relevant für kalte Nahwärme).
COP bei Auslegungsbedingungen4Leistungszahl der Wärmepumpe im Auslegungspunkt; reduziert die Anschlussleistung am Netz entsprechend.
Standard-AbnehmertypGebäudetyp für die Bedarfsermittlung.
Standard-GebäudeheizkurveHeizkurve, die den Abnehmern zugewiesen wird.

Zielnetz wählen:

  • Neues Netz: legt ein neues Netz mit dem angegebenen Namen an.
  • Zu bestehendem Netz hinzufügen: fügt die importierten Knoten und Trassen einem vorhandenen Netz im Projekt hinzu – so lassen sich Netze auch aus mehreren Dateien zusammensetzen oder Erweiterungsgebiete nachträglich ergänzen.
Assistentenseite Abnehmer konfigurieren mit Standard-Heizleistung, TWW-Anteil, COP und Auswahl des Zielnetzes
Schritt 3 des GIS-Import-Assistenten: Typ, Standardwerte und Zielnetz der importierten Abnehmer festlegen.

Schritt 4: Vorschau

Die letzte Seite zeigt eine Vorschau der importierten Rohre und Knoten. Mit Fertigstellen wird das Netz erzeugt. Der Import ist eine normale Projektänderung und kann rückgängig gemacht werden.

Nach dem Import

  • Prüfen Sie im Reiter Netz (Eigenschaften), ob das Netz zusammenhängend ist – der Import getrennter Teilnetze ist möglich, für die Berechnung muss aber jeder Abnehmer mit einer Energiezentrale verbunden sein.
  • Fehlende Verbindungen lassen sich mit den Topologie-Werkzeugen herstellen (z. B. Abnehmer verbinden).
  • Höhen der Knoten können über die Höhenabfrage automatisch gesetzt werden.

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