Fenster, Verglasung & Sonnenschutz
Referenz der Fenster-Datenbanken: Verglasungssysteme mit winkelabhängiger SHGC-Kennlinie, Fenster mit Rahmen sowie Sonnenschutzelemente nach DIN EN ISO 52022-1
Überblick
Drei Datenbanken beschreiben die transparenten Bauteile: Verglasungssysteme definieren U-Wert und solaren Energiedurchlass (SHGC) der Verglasung, Fenster kombinieren ein Verglasungssystem mit einem Rahmen, und Sonnenschutzelemente beschreiben verstellbare Verschattungen über ihre strahlungsphysikalischen Kennwerte. Fenster werden über Fensterkomponenten den Teilflächen zugewiesen, siehe Fensterkomponenten; die Ansteuerung des Sonnenschutzes beschreibt Sonnenschutz.
Verglasungssysteme
Aufruf über Datenbanken > Fensterverglasungen… (Dialog “Datenbank für Fensterverglasungssysteme”).
Kennwerte
| Feld | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Art | - | Modelltyp; verfügbar ist Simple (vereinfachtes Modell mit pauschalen Kennwerten) |
| U-Wert | W/m²K | Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung, muss > 0 sein |
| SHGC, senkrechter Einfall | - | Gesamtenergiedurchlassgrad g bei 0° Einfallswinkel (0…1) |
| SHGC, hemisphärisch | - | Gesamtenergiedurchlassgrad für diffuse Strahlung (0…1) |
Winkelabhängige SHGC-Kennlinie
Die Gruppe SHGC (winkelabhängig) enthält eine Wertetabelle (Spalten Winkel [Grad] und SHGC [---]) und ein Diagramm des Verlaufs über den Einfallswinkel 0-90°. Wird der Wert SHGC, senkrechter Einfall geändert, skaliert VICUS Buildings die gesamte Kennlinie proportional auf den neuen 0°-Wert.
- Standard-SHGC-Kurve erstellen erzeugt eine typische Kennlinie in 10°-Schritten mit den relativen Stützwerten 1 / 1 / 1 / 1 / 0,98 / 0,94 / 0,86 / 0,69 / 0,37 / 0 (0° bis 90°), skaliert mit dem Nennwert 0,75 (typische Zweifachverglasung). Fehlt einem Element eine gültige Kennlinie, wird diese Standardkurve automatisch angelegt.
- Aus Zwischenablage importieren übernimmt eine zweispaltige Zahlentabelle (Winkel, SHGC) ohne Kopfzeile, Spalten durch Leerzeichen oder Tabulator getrennt; Dezimalkommas werden akzeptiert. Bedingungen: erste Zeile 0°, letzte Zeile 90°, mindestens zwei Zeilen, SHGC-Werte zwischen 0 und 1 - andernfalls erscheint eine Fehlermeldung (“SHGC-Daten können nicht eingefügt werden”).
Fenster
Aufruf über Datenbanken > Fenster… (Dialog “Windows-Datenbank”).
Verglasungssystem
In der Gruppe Verglasungssystem wird das Verglasungssystem aus der Datenbank gewählt; U-Wert, SHGC und die winkelabhängige Kennlinie des gewählten Systems werden zur Kontrolle angezeigt.
Rahmen
Die Gruppe Rahmen beschreibt den Rahmenanteil des Fensters über das Feld Rahmentyp (Auswahlliste in englischer Beschriftung):
| Rahmentyp | Eingaben |
|---|---|
None | kein Rahmen - das Fenster besteht vollständig aus Verglasung |
Simple | Rahmenanteil in % der Fensterfläche und U-Wert des Rahmens in W/m²K (muss > 0 sein) |
Complex | Rahmenanteil in %, Material aus der Materialdatenbank und Dicke des Materials in m |
Der Rahmenanteil reduziert die wirksame Verglasungsfläche; die Wärmeverluste des Rahmens gehen mit dem angegebenen U-Wert bzw. den Materialkennwerten in die Bilanz ein, siehe Rechenmodell Fenster.
Sonnenschutzelemente
Aufruf über Datenbanken > Sonnenschutz… (Dialog “Sonnenschutz-Datenbank”). Die eingebaute Datenbank enthält 24 Sonnenschutz-Profile mit Kennwerten nach DIN/TS 18599-2:2025-10 (Tabellen 9-11), z. B. “Außenjalousie weiß, 10°-Stellung” oder “Rollladen weiß, geschlossen”.
Eigenschaften (Gruppe “Shading Device Properties”)
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Installation type (Einbauart) | External (außenliegend, vor der Verglasung), Internal (innenliegend, hinter der Verglasung), BetweenPanes (im Scheibenzwischenraum) |
| Solar transmittance τe,B | solarer Transmissionsgrad des Behangs (0…1) |
| Solar reflectance ρe,B | solarer Reflexionsgrad des Behangs (0…1) |
| Solar absorptance αe,B | Absorptionsgrad, automatisch berechnet als (nur Anzeige) |
Die Summe aus τ und ρ darf 1 nicht überschreiten, sonst ist das Element ungültig.
Jalousie in 45°-Lamellenstellung
Die Option Venetian Blind in 45° Slat Position rechnet die eingegebenen Datenblattwerte (geschlossene Stellung) nach DIN EN ISO 52022-1, Gleichungen (1) und (2), auf die 45°-Lamellenstellung um:
Die Option darf nicht für eingebaute Profile aktiviert werden, die bereits “45°-Stellung” im Namen tragen - deren Kennwerte enthalten die Korrektur schon.
Referenz-g-Wert
Die Gruppe Reference g-value zeigt den Gesamtenergiedurchlassgrad gtot der Kombination aus Behang und einer festen Referenzverglasung (g = 0,60, Ug = 1,1 W/m²K), berechnet nach DIN EN ISO 52022-1, Abschnitt 6.4.2 (vereinfachtes Verfahren mit den Wärmeübergangswerten G1 = 5, G2 = 10, G3 = 30, G4 = 3 W/m²K je nach Einbauart). Der Wert dient ausschließlich dem Vergleich von Sonnenschutzelementen untereinander - in der Simulation wird der Abminderungsfaktor für jedes Fenster individuell aus dessen eigener Verglasung berechnet.
Verlassen die Eingaben die Anwendungsgrenzen des vereinfachten Verfahrens (τe,B 0…0,5; ρe,B 0,1…0,8; g der Verglasung 0,15…0,85; Ug 0…6 W/m²K), wird gtot weiterhin berechnet, aber farblich markiert und mit einem Warnhinweis versehen.
Gut zu wissen:
Für Produktdaten aus Herstellerunterlagen genügen die beiden Werte τe,B und ρe,B aus dem Datenblatt (meist für die geschlossene Stellung angegeben). Vergleichen Sie anschließend den angezeigten gtot mit dem Herstellerwert für die Referenzverglasung g = 0,6 / Ug = 1,1 W/m²K - stimmen beide näherungsweise überein, sind die Kennwerte plausibel erfasst.