Klimadaten
Klimadaten für die dynamische Jahressimulation auswählen: Klimadatenbank, eigene Wetterdateien und Standortparameter
Überblick
Die dynamische Simulation rechnet das Wärmenetz über den gewählten Zeitraum – typischerweise ein volles Jahr – mit stündlichen Klimadaten. Für die Netzsimulation sind vor allem die Außentemperatur (witterungsgeführte Heizkurven, Randbedingung der Erdreichmodelle) und die weiteren meteorologischen Größen der Klimadatei relevant. Klimadaten werden entweder aus der mitgelieferten Klimadatenbank gewählt oder als eigene Wetterdatei eingebunden.
Aufruf
Schaltfläche Simulation in der Hauptsymbolleiste, dann Seite Klima & Standort in der Liste links.
Klimadatenquelle
Oben auf der Seite wählen Sie im Bereich Klimadaten die Datenquelle:
| Option | Bedeutung |
|---|---|
| Klimadatenbank | Auswahl eines Datensatzes aus der mitgelieferten Klimadatenbank über die Reiter Karte und Tabelle. |
| Benutzerdefinierte Datei: | Einbinden einer eigenen Wetterdatei über den Dateipfad-Dialog. |
Klimadatenbank
- Reiter Karte: Auswahl des Klimastandorts direkt auf einer interaktiven Karte. Über die Auswahlliste Datensatztyp: filtern Sie die angezeigten Datensätze; vorausgewählt ist der Datensatztyp der aktuellen Klimadatei, mit Alle Datensätze zeigen Sie sämtliche Standorte an. Die Datenbank enthält u. a. deutsche Testreferenzjahre (TRY).
- Reiter Tabelle: tabellarische Liste aller Klimadateien mit Textfilter: zur Suche nach Ortsnamen.
Benutzerdefinierte Dateien
Unterstützte Dateiformate:
| Format | Endung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Klimadaten-Container | .c6b | Binäres Containerformat mit Jahresdatensatz und Standort-Metadaten |
| EnergyPlus Weather | .epw | International verbreitetes Textformat |
| WAC | .wac | Wetterdaten-Textformat |
| DAT | .dat | Wetterdaten-Textformat |
Klimadaten vom DWD erzeugen
Über das Menü Werkzeuge > KlimaGenerator … starten Sie das externe DWD-Wetterdaten-Tool. Es lädt frei verfügbare Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) herunter und erzeugt daraus Klimadateien, die Sie anschließend als benutzerdefinierte Datei einbinden. Ist der Pfad zum Tool noch nicht konfiguriert, öffnet sich automatisch der Einstellungsdialog, in dem Sie den Programmpfad hinterlegen.
Klimadaten-Ansicht und Standortparameter
Rechts zeigt der Bereich Beschreibung der Klimadaten die Metadaten der gewählten Datei sowie Jahresdiagramme für Temperatur, relative Feuchte, kurz- und langwellige Strahlung und Wind.
Im Bereich Standort bearbeiten lassen sich die aus der Klimadatei übernommenen Standortparameter anpassen:
| Parameter | Bereich | Einheit | Standard |
|---|---|---|---|
| Breitengrad [+90..-90]: | −90 bis +90 | ° | aus Klimadatei |
| Längengrad [-180..180]: | −180 bis +180 | ° | aus Klimadatei |
| Zeitzone: | UTC −12 bis +12 | h | aus Klimadatei |
| Albedo [0..1]: | 0 bis 1 | – | Auswahlliste mit typischen Werten nach VDI 3789-2, z. B. 0,2 (trockener planierter Boden), 0,15 (Pflaster), 0,33 (rote Kacheln) |
Bedeutung für die Netzsimulation
- Heizkurven: Witterungsgeführte Vorlauftemperatur-Regelungen der Energiezentrale werden beim Export in einen Jahreszeitplan übersetzt. Grundlage ist die Außentemperatur der gewählten Klimadatei – ein Wechsel der Klimadatei verändert damit direkt die Vorlauftemperaturen im Netz.
- Erdreich: Bei Rohren und Erdwärmequellen mit gekoppeltem Erdreichmodell dient die Klimadatei als Randbedingung an der Erdoberfläche; sie wird beim Export in die generierten Erdreichmodelle übernommen.
Wichtig für die Praxis:
Die Klimadatei ist nicht nur Wetterkulisse, sondern greift direkt in Ihre Ergebnisse ein: Über die Außentemperatur bestimmt sie die witterungsgeführten Vorlauftemperaturen und die Randbedingung der Erdreichmodelle. Ein Wechsel der Klimadatei verschiebt damit Vorlauftemperaturen und Netzverluste. Wählen Sie einen Standort nahe am Projektstandort und halten Sie ihn über Varianten hinweg konstant, damit Ergebnisse vergleichbar bleiben.
Hinweise
- Alle Klimadateien enthalten Jahresdatensätze in stündlicher Auflösung; der Simulationszeitraum wird unabhängig davon in den Simulationseinstellungen festgelegt.
- Die Albedo beeinflusst die vom Boden reflektierte Solarstrahlung und ist vor allem für gekoppelte Gebäudemodelle relevant.