Netz als DXF exportieren

Netzpläne mit Rohrdimensionen, IDs und Berechnungsergebnissen als DXF-Datei für CAD-Programme exportieren

Überblick

Der DXF-Export erzeugt aus dem Wärmenetz einen CAD-fähigen Netzplan – wahlweise mit getrenntem Vor- und Rücklauf, Farb- bzw. Layercodierung nach Rohrdimension, Beschriftung der IDs sowie den Ergebnissen der stationären Berechnung (z. B. Volumenstrom, Druckverlust, Wärmeverlust). Die Datei kann in allen gängigen CAD-Programmen weiterverarbeitet werden.

Aufruf

Menü Export > DXF-Zeichnung … (nur bei aktivem Arbeitsbereich Netz sichtbar). Nach dem Bestätigen der Optionen wählen Sie den Speicherort der .dxf-Datei.

Netz exportieren

Der DXF-Export-Dialog »Netz nach DXF exportieren« mit allen Optionen
Der DXF-Export-Dialog mit allen Optionen zur grafischen und datentechnischen Aufbereitung des Netzplans
OptionStandardBedeutung
Vor- und Rücklauf getrennt exportierenaktiviertZeichnet je Trasse zwei parallel versetzte Linien (Vorlauf/Rücklauf). Deaktiviert: eine Linie je Trasse.
Rohrabstand0,5 mVersatz zwischen Vor- und Rücklauflinie (nur bei getrennter Darstellung).
Farbe RohreEinheitliche FarbeFarb- und Layerschema der Rohre, siehe unten.
Informationen der RohrfittingeStandardStandard: nur die wesentliche Fitting-Information je Knoten. Detailliert: alle Fittinge (Bögen, T-Stücke, Reduzierungen) am Knoten.

Farbschema

EinstellungWirkung
Einheitliche FarbeVorlauf und Rücklauf erhalten je eine Farbe (Vorlauf rot, Rücklauf blau).
Interne FarbenRohre verwenden die Farben aus der VICUS-Rohrdatenbank.
Eindeutige FarbenRohre werden nach Dimension auf separate Layer aufgeteilt; jede Dimension erhält eine eigene Farbe.

Bewährte Kombinationen:

DarstellungsartEmpfohlene Farbcodierung
Getrennte Leitungen (Vorlauf/Rücklauf)Einheitliche Farbe
Eine Linie je TrasseEindeutige Farben je Rohrdimension

ID-Export

OptionBedeutung
Abnehmer-IDsBeschriftet jeden Abnehmer mit seiner ID.
Rohr-IDsBeschriftet jede Trasse mit ihrer ID.
Interne VICUS-IDs verwendenVerwendet die IDs aus dem Projekt – identisch mit den IDs im Massenauszug und in den Berechnungsergebnissen.
Separate IDs für Rohre und Abnehmer verwendenVergibt fortlaufende, getrennte Nummernkreise für Rohre und Abnehmer – übersichtlicher für die Weitergabe an Dritte.

Berechnungsergebnisse einbinden

Voraussetzung ist eine zuvor durchgeführte stationäre Berechnung – andernfalls sind die Optionen ausgegraut (Hinweis im Dialog: „Führen Sie zuerst die stationäre Berechnung durch, um den Export der Berechnungsergebnisse zu ermöglichen.“).

OptionBedeutung
BetriebspunktWählt aus, welcher berechnete Betriebspunkt (z. B. 100 % Last, Sommerfall) für die Beschriftung verwendet wird.
RohreigenschaftenAuswahl der Ergebnisgrößen, die an jeder Trasse beschriftet werden – z. B. Wärmeverlust, Wärmeverlust pro Meter, Volumenstrom, Druckverlust, Auslastung, Reserve.
Abnehmer-EigenschaftenAuswahl der Ergebnisgrößen, die an jedem Abnehmer beschriftet werden – z. B. Anschlussleistung, Volumenstrom.
Größensymbol voranstellenStellt der Zahl das Formelzeichen voran (z. B. „Q = 150 kW“ statt „150 kW“).

OpenStreetMap mitexportieren

Sind im Projekt OpenStreetMap-Daten geladen, können Gebäude und Straßen als zusätzliche Layer mitexportiert werden – der Netzplan bleibt damit auch ohne weiteres Kartenmaterial räumlich einzuordnen.

In der Praxis

Für die Weitergabe an Dritte (z. B. Tiefbauplaner oder Kommune) hat sich bewährt, Separate IDs für Rohre und Abnehmer zu aktivieren: Die fortlaufenden Nummernkreise sind übersichtlicher als die internen VICUS-IDs. Behalten Sie dann aber im Hinterkopf, dass diese Nummern nicht mit dem Massenauszug und den Berechnungsergebnissen übereinstimmen – für den Abgleich mit der eigenen Berechnung nutzen Sie Interne VICUS-IDs verwenden.

Georeferenzierter Export für GIS-Programme

Ein DXF ist zunächst eine reine CAD-Zeichnung ohne Raumbezug – sie liegt in lokalen Projektkoordinaten um den Nullpunkt. Mit der Option Weltkoordinaten für GIS-Anwendungen schreiben werden stattdessen alle Koordinaten um den Weltkoordinatenursprung des Projekts verschoben und damit als UTM-Rechts-/Hochwerte in Metern geschrieben. Die Option ist nur verfügbar, wenn für das Projekt ein geografischer Bezug gesetzt ist.

Ein DXF kann das Koordinatenbezugssystem selbst nicht so transportieren, dass ein GIS es auswertet. Deshalb legt der Export zwei Begleitdateien neben die Zeichnung:

DateiZweck
netz.dxfDie Zeichnung, Koordinaten bereits in UTM.
netz.vrtKleine XML-Hülle, die auf die DXF verweist und das Koordinatenbezugssystem benennt.
netz.prjNennt dasselbe Bezugssystem im üblichen GIS-Format.

Alle drei Dateien gehören zusammen und müssen beim Weitergeben gemeinsam kopiert werden.

In QGIS öffnen

Die .vrt-Datei statt der DXF als Vektorlayer hinzufügen (Layer > Layer hinzufügen > Vektorlayer … oder per Drag & Drop ins Kartenfenster). Der Layer kommt mit dem richtigen Koordinatenbezugssystem herein und liegt sofort passend zu Hintergrundkarten und anderen Fachdaten.

In anderen GIS-Programmen öffnen

Programme, die keine .vrt-Dateien lesen, öffnen die DXF direkt. Das Bezugssystem muss dann von Hand zugewiesen werden – den EPSG-Code entnehmen Sie der .prj-Datei; er hat die Form 326xx für die Nord- und 327xx für die Südhalbkugel (xx = UTM-Zone, in Deutschland üblicherweise 32 oder 33, also z. B. EPSG:32632). Die Koordinaten selbst sind in beiden Fällen korrekt, es fehlt lediglich die Angabe des Bezugssystems.

Weiterarbeiten im GIS

Alle Elemente landen in einem einzigen Layer. Zum Filtern und Gestalten dienen die Attribute:

  • Layer – der DXF-Layername, also Vorlauf/Rücklauf, Rohrdimension, Beschriftungen, OSM-Gebäude und -Straßen. Damit lassen sich Teilmengen filtern ("Layer" = '…') oder kategorisiert einfärben.
  • Text – der Beschriftungstext (IDs, Ergebniswerte); die Beschriftungen liegen als Punktgeometrien vor.

CAD-Programme brauchen die Begleitdateien nicht: Sie lesen das Koordinatenbezugssystem aus dem AcDbGeoData-Objekt, das der Export in die DXF schreibt.

Gut zu wissen

Für den Weg ins GIS ist der GIS-Export meist die bessere Wahl: Er liefert saubere Attributtabellen mit den Netz- und Ergebnisgrößen als eigene Spalten. Der georeferenzierte DXF-Export ist dann sinnvoll, wenn der fertig gestaltete Netzplan – mit Farbcodierung und Beschriftungen – lagerichtig über eine Karte gelegt werden soll, etwa als Abstimmungsgrundlage mit der Kommune.

Aufbau der DXF-Datei

  • Beschriftungen: Alle gewählten Größen (IDs, Ergebniswerte) werden als Text am jeweiligen Element platziert.
  • Layer-System: Netzelemente, Beschriftungen und OSM-Daten liegen auf getrennten Layern; bei der Einstellung Eindeutige Farben zusätzlich ein Layer je Rohrdimension. Details lassen sich so im CAD gezielt ein- und ausblenden.

Video-Tutorial

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