Erdwärme & Wärmequellen

Geothermische Komponenten und Wärmequellen: Erdwärmesondenfeld, horizontaler geothermischer Kollektor mit gekoppeltem Erdreichmodell, Quellen-Wärmeübertrager mit UA-Wert

Überblick

Diese Komponenten binden Wärmequellen in das Netz ein – typischerweise in der Anlage der Energiezentrale oder als Quelle eines kalten Nahwärmenetzes. Erdwärmesonden und Kollektoren sind hydraulisch durchströmte Komponenten mit Erdreich-Randbedingung; der Quellen-Wärmeübertrager koppelt eine beliebige externe Quelle über einen UA-Wert an.

Erdwärmesondenfeld (Borehole field)

Ein Feld vertikaler Erdwärmesonden. Das Modell berechnet den Druckverlust aus der Sondengeometrie und den Wärmeaustausch gegen die Bohrlochtemperatur (Temperatur der Verfüllung), die als Zeitreihe vorgegeben wird – üblicherweise aus einer externen Sondenfeld-Simulation (z. B. EED) oder aus Messdaten.

ParameterEinheitStandardBedeutung
Bohrtiefem100Tiefe jeder Sonde
Anzahl Bohrungen10Anzahl der Sonden im Feld
SondentypZwei parallele RohreZwei parallele Rohre (Doppel-U) oder Einfaches Einzelrohr
Rohraus Rohr-DatenbankSondenrohr (Durchmesser, Rauheit)

Die zeitliche Entwicklung der Erdreichtemperatur über die Betriebsjahre wird nicht intern simuliert – sie steckt in der vorgegebenen Bohrlochtemperatur-Zeitreihe. Für Langzeitbetrachtungen (Regeneration, Auskühlung) muss diese Zeitreihe entsprechend erzeugt werden.

Wichtig für die Praxis:

Achten Sie auf die Modellgrenze: Für Aussagen zu Regeneration oder Auskühlung des Sondenfelds über die Betriebsjahre müssen Sie die Bohrlochtemperatur-Zeitreihe zuvor mit einem geeigneten Sondenfeld-Werkzeug (z. B. EED) erzeugen und hier übergeben. Der horizontale Kollektor mit gekoppeltem Erdreichmodell rechnet die Bodentemperatur dagegen selbst mit – inklusive der Rückwirkung des Wärmeentzugs.

Geothermischer Kollektor (Geothermal collector)

Ein horizontaler Erdwärmekollektor mit einer oder zwei Rohrschichten. Zwei Betriebsarten:

  • Gekoppeltes Erdreichmodell: Es wird ein Finite-Volumen-Modell des Erdreichs erzeugt und mit der Netzsimulation gekoppelt. Das Modell berücksichtigt die Klimarandbedingung an der Geländeoberfläche, Wärmeleitung im Boden sowie Eisbildung; die Bodenfeuchte wird als gleichverteilt angenommen. Optional werden Randeffekte berücksichtigt – das Modell wird dann zweidimensional und deutlich rechenintensiver. Für große Kollektoren oder erste Abschätzungen genügt das eindimensionale Modell ohne Randeffekte.
  • Feste Temperatur: Die Erdreichtemperatur wird als konstanter Wert oder Zeitreihe vorgegeben (schnell, aber ohne Rückwirkung des Wärmeentzugs).
ParameterEinheitStandardBedeutung
Kollektorfläche1000Belegte Grundfläche
Länge einer Rohrschleifem100Länge eines Rohrkreises; die Anzahl paralleler Kreise folgt aus Fläche und Rohrabstand
Kollektorbreitem50Breite des Feldes (für die Randeffekt-Berechnung)
Verlegetiefem1,5Tiefe der (oberen) Rohrschicht
Rohrabstandm0,2Abstand paralleler Rohre innerhalb einer Schicht
Anzahl horizontaler Schichten11 oder 2 Rohrschichten
Schichtabstandm1,0Vertikaler Abstand bei zwei Schichten
Bodenartmäßig lehmiger SandBodenart nach DIN 4022; bestimmt die thermischen Stoffwerte
Bodenfeuchtem³/m³0,246Volumetrischer Wassergehalt; beeinflusst Wärmeleitfähigkeit und Eisbildung
Randbreitem10Breite des mitmodellierten Randstreifens (nur bei Randeffekten)

Das gekoppelte Erdreichmodell verwendet dieselbe Bodenphysik wie das Erdreichmodell der Trassen.

Quellen-Wärmeübertrager (Source heat exchanger)

Der Quellen-Wärmeübertrager koppelt eine externe Wärmequelle über einen festen UA-Wert an das Netz – geeignet für Abwärme, Oberflächenwasser oder eine pauschal abgebildete Quelle:

Q˙=UA(TQuelleTFluid)\dot Q = UA \cdot (T_{Quelle} - T_{Fluid})

Die Quelltemperatur TQuelleT_{Quelle} wird über den Reiter Wärmeaustausch als konstanter Wert oder Zeitreihe vorgegeben (erforderlich). Liegt sie über der Fluidtemperatur, wird das Netz beheizt; liegt sie darunter, wird gekühlt – die Komponente eignet sich damit auch zur Abbildung der Rückkühlung.

ParameterEinheitStandardBedeutung
UA-WertW/K1000Wärmeübertragungsvermögen
Nennvolumenstromm³/h2Bezugsvolumenstrom für den Druckverlust
Nenndruckverlustbar0,5Druckverlust beim Nennvolumenstrom (quadratische Skalierung)
FluidvolumenL3Fluidvolumen

Hinweise

  • Kollektor mit gekoppeltem Erdreichmodell und Randeffekten ist die rechenintensivste Komponente – planen Sie längere Simulationszeiten ein oder verzichten Sie für Variantenstudien zunächst auf die Randeffekte.
  • Die Erdreich-Randbedingungen der Trassen (Rohrwärmeverluste ans Erdreich) werden unabhängig davon im Kapitel Wärmeverluste & Erdreich behandelt.

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