Komponenten-Referenz
Übersicht aller Komponenten-Modelltypen für Anlagen: Kategorien, gemeinsame Parameter, Druckverlustgesetz, Regler- und Heizkurvenbedarf
Überblick
Diese Referenz beschreibt alle Komponenten-Modelltypen, die in Anlagen verwendet werden können. Jede Komponente bildet ein hydraulisches Element (Druckverlust bzw. Druckerhöhung) und – je nach Typ – ein thermisches Modell ab. Die Detailbeschreibungen sind nach Kategorien in Unterkapitel gegliedert:
| Unterkapitel | Inhalt |
|---|---|
| Rohre | Einfaches und diskretisiertes Rohr, Druckverlust nach Colebrook |
| Pumpen | Konstante, lineare und geregelte Förderhöhe, Pumpenkennlinien, elektrische Leistung |
| Druckverluste & Armaturen | Geregeltes Ventil, Druckverlustelemente, Rückschlagventil, gebäudeinterne Installation |
| Automatische Dimensionierung | Dimensionierte vs. individuelle Varianten der Abnehmerkomponenten |
| Einfacher Wärmetauscher | Vereinfachtes Übergabestationsmodell mit Bedarfs-Randbedingung |
| Übergabestation | Detailliertes Gegenstrom-Modell mit begrenzter Übertragungsleistung |
| Modellwahl für Abnehmer | Entscheidungshilfe: Wärmetauscher oder Übergabestation? |
| Idealer Wärme-/Kälteerzeuger | Vorlauftemperatur aus der Heizkurve oder vorgegebene Heizleistung, Leistungsgrenzen |
| Wärmepumpen | Quellen- und versorgungsseitige Wärmepumpe mit COP-Polynom |
| Erdwärme & Wärmequellen | Erdwärmesondenfeld, geothermischer Kollektor, Quellen-Wärmeübertrager |
Aufruf
Komponenten werden im grafischen Anlageneditor aus der Bibliothek auf die Leinwand gezogen (Aufruf über Datenbanken > Anlagen… und Anlage bearbeiten …). Die Parameter werden dort im Eigenschaften-Bereich der jeweiligen Komponente bearbeitet. Zu jeder Komponente zeigt der Editor eine ausführliche Modellbeschreibung an.
Der Wärmeaustausch-Typ wird je Komponente im Reiter Wärmeaustausch gewählt. Mögliche Typen sind: ohne (adiabat), konstante Temperatur, zeitabhängige Temperatur, konstante Heizleistung, zeitabhängige Heizleistung – Details siehe Wärmeaustausch-Typen.
Gemeinsame Modellprinzipien
Einige Parameter und Zusammenhänge tauchen bei fast allen Komponenten auf:
Quadratisches Druckverlustgesetz
Alle Komponenten außer Rohren und Pumpen berechnen ihren Druckverlust aus einem Nennpunkt (Nennvolumenstrom und Nenndruckverlust ). Der Druckverlust skaliert quadratisch mit dem Volumenstrom:
Bei den dimensionierten Varianten wird der Nennvolumenstrom automatisch aus der Anschlussleistung des Gebäudes bestimmt; nur der Nenndruckverlust ist dann noch anzugeben.
Fluidvolumen
Das Fluidvolumen [L] jeder Komponente bestimmt ihre thermische Trägheit: Das enthaltene Fluid wird als ideal durchmischtes Volumen mit einheitlicher Temperatur bilanziert. Größere Volumina dämpfen Temperaturänderungen und wirken numerisch stabilisierend, verzögern aber die Reaktion der Regelung.
Praxis-Tipp:
Das Fluidvolumen ist Ihr Stellhebel zwischen Stabilität und Reaktionsschnelligkeit. Bei Konvergenzproblemen oder unruhigem Regelverhalten hilft oft ein etwas größeres Volumen, das die Temperaturschwankungen dämpft. Für schnelle Regelvorgänge wählen Sie es dagegen realistisch klein – ein künstlich zu großes Volumen macht die Regelung spürbar träge.
Parallele Elemente
Rohre und Pumpen besitzen einen Zähler für parallele Elemente (Anzahl paralleler Rohre bzw. Anzahl paralleler Pumpen). Der Massenstrom teilt sich gleichmäßig auf; Druckverlust bzw. Förderhöhe gelten für jedes Einzelelement.
Regler- und Heizkurvenbedarf
| Anforderung | Komponenten |
|---|---|
| Regler erforderlich | Pumpe mit geregelter Druckhöhe, geregeltes Ventil – siehe Regler |
| Heizkurve erforderlich | Übergabestation (Sollwert Sekundärseite), Wärmepumpe versorgungsseitig (Vorlauf-Sollwert), idealer Wärme-/Kälteerzeuger (Vorlauftemperatur), Wärmepumpe quellenseitig (Kondensatortemperatur) |
| Heizkurve optional | Einfacher Wärmetauscher (Begrenzung der Austrittstemperatur) |
Die Heizkurve eines Abnehmers wird über den Gebäudebedarf des Knotens zugewiesen; die Heizkurve der Energiezentrale in deren Einstellungen.
Hinweise
- Alle Standardwerte sind Vorbelegungen beim Anlegen einer Komponente und sollten projektspezifisch angepasst werden.
- Alle physikalischen Größen werden intern in SI-Basiseinheiten gerechnet; die Referenztabellen nennen die Anzeigeeinheiten der Oberfläche.