Berechnung durchführen

Stationäre Netzberechnung starten: Netzeinstellungen, Betriebspunkte definieren sowie Start, Fortschritt und Abbruch im Berechnungsdialog

Überblick

Die stationäre Berechnung wird über einen eigenen Dialog konfiguriert und gestartet. Dort legen Sie Druckhaltung, Nenn-Temperaturdifferenz und beliebig viele Betriebspunkte fest. Jeder Betriebspunkt wird als eigenständiger Solver-Lauf berechnet; die Ergebnisse werden mit dem Projekt gespeichert. Das zugrunde liegende Rechenmodell beschreibt Grundlagen der stationären Berechnung.

Aufruf

  • Schaltfläche Stationäre Berechnung in der linken Werkzeugleiste — wechselt in die Ansicht der stationären Berechnung
  • dort öffnet Berechnung starten … den Dialog Stationäre Berechnung

Beim Öffnen prüft VICUS Districts das aktive Netz (Formstücke, offene Trassenenden) und die Einstellungen der Energiezentralen. Das Projekt muss vor der Berechnung gespeichert sein. Ist die Gleichzeitigkeit aktiviert und liegen noch keine aktuellen Gleichzeitigkeitsergebnisse vor, wird deren Optimierung automatisch vorab ausgeführt.

Dialog Stationäre Berechnung mit Netzeinstellungen, aufgeklappten detaillierten Einstellungen und Betriebspunkttabelle
Dialog Stationäre Berechnung: Netzeinstellungen, Detaillierte Einstellungen und Betriebspunkte

Netzeinstellungen

OptionStandardBedeutung
Temperaturdifferenzaus den NetzparameternNominale Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf an den Abnehmern in [K]; bestimmt den Massenstrom je Abnehmer.
Druck in Druckhaltungaus den NetzparameternStatischer Druck in [bar], den die Druckhaltung am Referenzknoten hält; legt das absolute Druckniveau im gesamten Netz fest.
Position der Druckhaltungerste EnergiezentraleEnergiezentrale, an der der Referenzdruck angesetzt wird; über Eintritt Energiezentrale / Austritt Energiezentrale wählen Sie die Anschlussseite.
Maximaler Rohrdruckverlustaus den NetzparameternMaximal zulässiger Druckverlust je Meter Rohrlänge in [Pa/m]; Bezugswert für maximale Kapazität, Auslastung und Reserve der Rohre.
Rohrwärmeverluste berücksichtigendeaktiviertAktiviert den Wärmeaustausch der Rohre mit ihrer Umgebung gemäß der zugewiesenen Randbedingung; ist die Option deaktiviert, werden alle Rohre adiabat gerechnet.

Temperaturdifferenz und maximaler Rohrdruckverlust sind dieselben Netzparameter wie in der Rohrdimensionierung und entsprechend vorbelegt.

Detaillierte Einstellungen

Der aufklappbare Abschnitt Detaillierte Einstellungen enthält die Berechnungsoptionen:

OptionStandardBedeutung
Versorgungsartaus dem NetzZentrale Umwälzpumpe oder Dezentrale Umwälzpumpen; beeinflusst die Bestimmung des Schlechtpunkts.
Simulationszeit24 h (1–720 h)Simulierte Dauer, bis der stationäre Zustand erreicht ist. Erhöhen Sie den Wert, wenn die Berechnung nicht konvergiert.

Betriebspunkte

Jede Zeile der Tabelle Betriebspunkte definiert einen Betriebspunkt, der als eigener Solver-Lauf berechnet wird. Über die Werkzeugschaltflächen fügen Sie Betriebspunkte hinzu oder entfernen sie (mindestens ein Betriebspunkt bleibt bestehen). Der Name wird automatisch aus den Einstellungen generiert und kann überschrieben werden.

ModusZusatzeingabeBerechneter Zustand
Maximale Heizleistung (gesamt)Anteil in %Stunde mit der höchsten aggregierten Heizleistung aller Abnehmer im Jahr; der Anteil skaliert die Leistung.
Maximale Heizleistung pro MonatMonatSpitzenstunde des gewählten Monats.
Maximale Heizleistung pro TagDatumSpitzenstunde des gewählten Tages.
Heizleistung zum ZeitpunktDatum und Stundeexakt der gewählte Zeitpunkt.
Anschlussleistung (nominal)Anteil in %Nennanschlussleistung jedes Abnehmers (Auslegungszustand); Gleichzeitigkeit und Teillast werden nicht angewendet, die Vorlauftemperatur entspricht dem Maximum der Heizkurve.
Maximale Kühlleistung (gesamt)Anteil in %Stunde mit der höchsten aggregierten Kühlleistung im Jahr.

Bei den bedarfsbasierten Modi werden die Leistungen aus den Gebäudebedarfsprofilen zur jeweiligen Spitzenstunde bestimmt; Zeitverschiebungen aus der Gleichzeitigkeit und Teillastfaktoren der Abnehmer werden angewendet. Die Vorlauftemperatur folgt aus der Heizkurve bei der Außentemperatur der Spitzenstunde. In kalten Nahwärmenetzen steht der Modus Anschlussleistung nicht zur Verfügung.

Praxis-Tipp:

Legen Sie mehrere Betriebspunkte in einem Lauf an – sie werden parallel gerechnet und liefern in einem Durchgang das ganze Betriebsspektrum. Bewährt hat sich die Kombination aus Anschlussleistung (nominal) für die reine Auslegung und Maximale Heizleistung (gesamt) für die realistische Jahresspitze. Konvergiert ein Betriebspunkt nicht, erhöhen Sie zunächst die Simulationszeit, bevor Sie an anderen Parametern drehen.

Start, Fortschritt und Abbruch

Die Schaltfläche Berechnen startet die Berechnung:

  1. Je Betriebspunkt wird ein Solver-Modell im Projektverzeichnis erzeugt.
  2. Die Solver laufen parallel; der Fortschrittsbalken zeigt den gemittelten Fortschritt aller Betriebspunkte.
  3. Nach Abschluss werden die Ergebnisse geladen, mit dem Projekt gespeichert und die Ergebnisansicht aktualisiert.

Während der Berechnung bricht die Schaltfläche Abbrechen neben dem Fortschrittsbalken die laufenden Solver ab. Die maximale Rechenzeit je Solver-Lauf lässt sich in den Programmeinstellungen unter Solver-Zeitüberschreitung anpassen. Ist Dialog nach Beendigung schließen aktiviert (Standard), schließt sich der Dialog nach erfolgreicher Berechnung automatisch.

Hinweise

  • Schlägt ein Solver-Lauf fehl, bietet die Fehlermeldung an, die Solver-Protokolldatei direkt anzuzeigen.
  • Betriebspunkte mit Warnungen (nicht konvergierte Knoten, sehr niedrige Temperaturen, Abweichung von Soll-Temperatur- oder Soll-Druckdifferenz am Schlechtpunkt) werden in der Betriebspunktliste markiert; ein Detaildialog listet empfohlene Lösungen, z. B. Leistung der Wärmeerzeuger erhöhen, Pumpenkennlinien anpassen, Rohrdurchmesser vergrößern oder die Simulationszeit erhöhen.
  • Nach Änderungen am Netz erscheint der Hinweis „Netz wurde geändert - Ergebnisse sind möglicherweise veraltet” — wiederholen Sie dann die Berechnung.

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