Netz-Einstellungen und Fluid

Netztyp und Standardvorlagen für Anlagen, Heizkurve und Rohr-Wärmeaustausch festlegen sowie Fluid und Darstellungsfarben wählen

Überblick

Jedes Netz besitzt Standard-Einstellungen, die bei nachfolgenden Arbeitsschritten automatisch verwendet werden: der Netztyp als Voreinstellungs-Paket sowie Standardvorlagen für Abnehmer- und Erzeugeranlagen, Heizkurve und Rohr-Wärmeaustausch. Ergänzend werden im Reiter Netz das Wärmeträgerfluid und die Darstellungsfarben der Netzobjekte festgelegt.

Aufruf

  • Menü Netzwerk > Allgemeine Einstellungen …
  • alternativ die Schaltfläche Bearbeiten … bei Allgemeine Einstellungen: im Reiter Netz, Seite Allgemeines & Topologie

Beide Wege öffnen den Dialog Allgemeine Einstellungen für das aktive Netz.

Dialog Allgemeine Einstellungen

Dialog Allgemeine Einstellungen mit Netztyp, Sicherheitszuschlag Mindestdruck und Standard-Netzeinstellungen
Der Dialog »Allgemeine Einstellungen«: Netztyp, Sicherheitszuschlag Mindestdruck und Standardvorlagen für Anlagen, Heizkurve und Rohr-Wärmeaustausch

Allgemeine Einstellungen

FeldOptionenBedeutung
NetztypKaltes Nahwärmenetz, LowEx-Wärmenetz, Konventionelles FernwärmenetzVoreinstellungs-Paket: Die Auswahl belegt die darunterliegenden Standard-Netzeinstellungen mit passenden Vorlagen aus der mitgelieferten Datenbank vor. Alle Vorbelegungen können anschließend einzeln geändert werden.
Sicherheitszuschlag Mindestdruck0 bis 100 bar, Vorbelegung 1,5 barZuschlag auf den Dampfdruck an der heißesten Stelle eines Druckverlaufs. Aus Dampfdruck und Zuschlag entsteht der min. Betriebsdruck, gegen den der Druckverlauf geprüft wird — in der Statuszeile des Streckenprofils und im Netzbericht. Der Wert gilt für das ganze Netz.
AtmosphärendruckschreibgeschütztLuftdruck an der Höhe des Projekts, nach der Normatmosphäre aus der z-Koordinate des Koordinatenursprungs berechnet — kein Eingabefeld. Er wird beim Bilden des min. Betriebsdrucks vom Dampfdruck abgezogen, weil dieser ein Absolutdruck ist und der geprüfte Verlauf ein Überdruck. Auf Meereshöhe 1,013 bar, auf 1000 m 0,899 bar.

Die Vorbelegung von 1,5 bar für den Sicherheitszuschlag setzt sich aus 0,5 bar Verdampfungs- und Kavitationsschutz — dazu besteht breiter fachlicher Konsens — und rund 1,0 bar für die Regeltoleranz der Druckhaltung und für instationäre Vorgänge zusammen, die eine stationäre Berechnung nicht auflöst; der zweite Anteil ist eine Planungsempfehlung und keine Norm. Verbindlich ist die Technische Anschlussbedingung des Netzbetreibers, siehe Betriebsdrücke in Wärmenetzen einhalten.

Welche Größe geprüft wird und mit welchen weiteren Parametern, beschreibt Druckberechnung im Netz.

Standard-Netzeinstellungen

Alle vier Felder sind zunächst mit <noch nicht definiert> belegt, sofern der Netztyp keine Vorlage gesetzt hat, und werden jeweils über Auswählen… aus der Datenbank gewählt:

FeldBedeutung
Abnehmeranlage:Anlagenvorlage (Subnetzwerk), die automatisch angebundenen Abnehmern zugewiesen wird, siehe Anlagen-Konzept
Energiezentralenanlage:Anlagenvorlage für Energiezentralen
Vorlauftemperatur der Energiezentrale:Heizkurve, die die Vorlauftemperatur der Energiezentrale in Abhängigkeit der Außentemperatur vorgibt
Rohr-Wärmeaustausch:Standard-Wärmeaustauschmodell für alle Rohre des Netzes, siehe Wärmeaustausch-Typen

Mit OK werden die Änderungen übernommen; der Schritt ist als Undo-Aktion (Standard-Netzeinstellungen geändert) rückgängig zu machen.

Fluid wählen

Das Wärmeträgerfluid wird im Reiter Netz, Seite Allgemeines & Topologie, im Abschnitt Fluid festgelegt. Das Anzeigefeld zeigt das aktuell zugewiesene Fluid; ohne Zuweisung erscheint der rote Hinweis No fluid selected. Die Schaltfläche Fluid wählen… öffnet den Datenbank-Dialog, in dem ein Fluid ausgewählt oder neu angelegt wird - siehe Fluide und weitere Datenbanken. Die Zuweisung gilt für das gesamte Netz und ist Voraussetzung für Rohrdimensionierung und Berechnung.

Wichtig für die Praxis

Weisen Sie das Fluid früh zu – ohne Zuweisung meldet das Feld No fluid selected, und weder Rohrdimensionierung noch stationäre Berechnung lassen sich starten. Die Fluidwahl ist zudem physikalisch relevant: Dichte, Wärmekapazität und Viskosität gehen direkt in Massenstrom und Druckverlust ein. Für kalte Netze mit Frostschutz erhalten Sie mit einem Glykolgemisch spürbar andere Pumpendrücke als mit reinem Wasser.

Farben der Netzobjekte

Im Abschnitt Legende derselben Seite legen vier Farb-Schaltflächen die Darstellungsfarben der Knotentypen und Rohre fest:

EintragObjekt
EnergiezentraleQuellknoten
MixerVerzweigungsknoten (werden bei der Topologiebearbeitung automatisch erzeugt)
AbnehmerÜbergabestationen
RohreRohrtrassen

Ein Klick auf eine Farb-Schaltfläche öffnet den Farbwähler; die neue Farbe wird sofort in der Szene übernommen. Die Farben sind Anzeigeeinstellungen des Programms (je Darstellungsthema getrennt gespeichert), gehören nicht zu den Projektdaten und unterliegen daher nicht dem Undo.

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