Flächen ausrichten & reparieren
Flächennormalen prüfen und korrigieren sowie einzelne Flächen und einfache Räume im Bearbeiten-Modus nachmodellieren
Flächennormalen (Ausrichten)
Jede Fläche besitzt eine Normalenrichtung, die festlegt, welche Seite der Konstruktion nach außen zeigt — falsch orientierte Flächen führen zu vertauschten Bauteilseiten und fehlerhaften Solarlasten. Zur Kontrolle blendet Ansicht > Zeige die Flächennormalen die Normalenvektoren in der Szene ein.
Aufruf
Werkzeugleisten-Modus Ausrichten (nur Arbeitsbereich Gebäude). Das Panel zeigt die Gruppe Richtung der Oberflächennormale:
- Spiegeln — kehrt die Normalen aller selektierten Flächen um (direkter Undo-Schritt „Oberflächennormale umgedreht”). Zum gezielten Korrigieren einzelner falsch orientierter Flächen.
- Automatische Erkennung — prüft alle Raumflächen des Projekts per Strahlverfolgung: Von jedem Flächenmittelpunkt wird ein Strahl in Normalenrichtung geschickt und gezählt, wie oft er andere Flächen desselben Raums schneidet. Bei ungerader Schnittzahl zeigt die Normale nach innen und wird umgedreht. Die Korrektur wirkt projektweit und wird als ein Undo-Schritt abgelegt.
Einzelfläche bearbeiten (Modus „Bearbeiten”)
Aufruf
Werkzeugleisten-Modus Bearbeiten (Tooltip „Geometrie einer einzelnen Fläche bearbeiten”, nur Arbeitsbereich Gebäude). Beim Aktivieren wird die Auswahl aufgehoben und eine Farblegende Geometrietyp eingeblendet, die alle Objekte einfärbt:
- Einfacher Raum (Bodenpolygon) — Räume, die als Bodenpolygon + Extrusionshöhe gespeichert sind
- Komplexe Fläche — frei editierbare Einzelflächen
Klicken Sie anschließend die zu bearbeitende Fläche an. Ohne Auswahl zeigt das Panel „Keine einzelne Fläche ausgewählt”.
Flächeneckpunkte bearbeiten
Für eine komplexe Fläche zeigt das Panel Geometriebearbeitung die Tabelle Flächeneckpunkte (#, X, Y, Z). Punkte lassen sich
- direkt in der Szene ziehen (Vertex-Drag mit Fang),
- in der Tabelle numerisch editieren,
- in der Szene duplizieren, um zusätzliche Eckpunkte einzufügen.
Anwenden übernimmt die Änderung („Flächengeometrie geändert”), Abbrechen verwirft sie; beim Verlassen mit ungespeicherten Änderungen fragt das Programm „Sie haben nicht gespeicherte Punktänderungen. Verwerfen?”. Ungültige (degenerierte oder selbstüberschneidende) Polygone werden abgelehnt. Wird eine Fläche durch das Verschieben eines Punkts nicht-planar, teilt das Programm sie automatisch in planare Teilflächen auf (Meldung „Fläche aufgeteilt wegen nicht-planarer Änderung”).
Einfacher Raum: Bodenpolygon und Raumhöhe
Ist das angeklickte Objekt ein einfacher Raum, wird dessen Bodenpolygon bearbeitet (Anzeige „Einfacher Raum: … (Bodenpolygon)”). Der Hinweistext erklärt das Verhalten: „Einfacher Raum: Bodenpolygon-Punkte und Extrusionshöhe bearbeiten. Wände und Decke werden automatisch regeneriert.”
- Feld Raumhöhe [m]: — Extrusionshöhe; Mindestwert 0,1 m (sonst Meldung „Die Raumhöhe muss mindestens 0,1 m betragen.”).
- Nach Anwenden werden Wände und Decke aus dem geänderten Bodenpolygon neu erzeugt. Fenster, deren Wand dabei entfällt oder sie nicht mehr enthält, werden entfernt — mit Warnhinweis („… Unterfläche(n) wurden entfernt …”).
In komplex umwandeln
In komplex umwandeln löst die Kopplung „Bodenpolygon + Höhe” und macht alle Flächen des Raums einzeln editierbar (Undo-Schritt „Raum … in komplexe Geometrie umwandeln”). Die Umwandlung ist erforderlich, bevor einfache Räume skaliert, getrimmt oder geschnitten werden können — Transformationen und Trimmen bieten die Umwandlung auch situativ an. Eine Rückumwandlung gibt es nicht (außer Undo).
Gut zu wissen:
Lassen Sie Räume so lange „einfach” wie möglich: Grundrisskorrekturen sind dann ein Ein-Klick-Vorgang am Bodenpolygon, und Wände samt Decke bleiben automatisch konsistent. Wandeln Sie erst in komplexe Geometrie um, wenn eine Operation es wirklich erfordert (Dachschrägen anpassen, Trimmen, unregelmäßige Einzelflächen).