Einfluss Temperaturdifferenz auf Druckverlust
Nahwärmenetz Teil 4: Wie die Temperaturdifferenz den Druckverlust im Netz beeinflusst
Überblick ▶ 0:11
In diesem Tutorial wird der Zusammenhang zwischen der Temperaturspreizung und dem Druckverlust im Netz untersucht. Was passiert, wenn die Temperaturspreizung geändert wird? Worauf muss geachtet werden und wie muss die Pumpe richtig eingestellt werden?
Ausgangssituation: 20 Kelvin Spreizung ▶ 0:39
Im vorherigen Tutorial wurde das Wärmenetz mit 20 Kelvin Spreizung betrieben. In der stationären Berechnung ergibt sich ein Druckverlust am Schlechtpunkt von 1,145 bar. Die Pumpenauslegung zeigt die stationäre Kennlinie mit diesem Druckverlust und eine entsprechend passende Pumpe ist zugewiesen.
Simulationsergebnisse prüfen ▶ 1:33
In den Ergebnissen unter Abnehmer zeigt sich, dass die gewünschten 20 Kelvin Temperaturdifferenz in allen Zeitpunkten mit Wärmeentnahme tatsächlich erreicht werden.
Spreizung auf 15 Kelvin ändern ▶ 2:01
Beim Ändern der Spreizung sind zwei Schritte nötig:
- In der stationären Berechnung die Spreizung auf 15 Kelvin setzen und neu berechnen. Der Druckverlust steigt auf 1,6 bar.
- In den Anlagen bei der Hausübergabestation das Regelventil ebenfalls auf 15 Kelvin einstellen — diese Einstellung wird separat für die Simulation dort vorgenommen.
Simulation mit falscher Pumpe ▶ 2:48
Bei der Simulation mit der neuen Spreizung, aber der alten Pumpe (dimensioniert auf 1,1 bar), zeigt sich das Problem: Die Spreizung wird überschritten. Die Druckdifferenz ist gestiegen, aber die Pumpe ist noch auf die geringere Druckdifferenz eingestellt. Im Pumpendiagramm wird sogar das Limit der Pumpe erreicht — die Kurve knickt ab, weil die Pumpe nicht mehr Druck leisten kann.
Pumpe neu dimensionieren ▶ 4:12
Um das Problem zu beheben:
- Erneut zur Pumpenauslegung wechseln und die stationäre Berechnung aktualisieren.
- Eine passende Pumpe aus der Datenbank auswählen und zuweisen.
- Die neue Pumpe hat nun die korrekte Druckhöhe von ca. 1,6 bar eingestellt.
Simulation mit korrekter Pumpe ▶ 4:46
Nach dem erneuten Start der Simulation mit der neuen Pumpe werden die 15 Kelvin Temperaturdifferenz wieder korrekt eingehalten. Im Pumpendiagramm bewegen sich alle Betriebspunkte im vorgesehenen Betriebsbereich.
Fazit ▶ 5:39
Beim Ändern der Temperaturspreizung muss immer darauf geachtet werden, dass auch die Pumpe passend dazu dimensioniert ist. Eine geringere Spreizung führt zu höheren Massenströmen und damit zu höheren Druckverlusten im Netz — die Pumpe muss entsprechend mehr Förderhöhe liefern.