Verschattungsgeometrie
Verschattungsobjekte anlegen: Verschattungselemente als Polygon oder Rechteck zeichnen und selektierte OSM-Gebäude mit OSM zu Verschattung in Verschattungsobjekte umwandeln
Überblick
Verschattungsobjekte sind anonyme Geometrie ohne thermisches Modell: Nachbargebäude, Vordächer, Wände, Bäume als Ersatzflächen usw. Sie besitzen weder Bauteilzuweisung noch Randbedingungen und werden nicht in das Simulationsmodell exportiert. Ihre einzige Aufgabe ist es, bei der Verschattungsfaktor-Berechnung als Hindernis zu wirken und in der 3D-Szene (z. B. im Schattenwurf der Umgebungsanalyse) dargestellt zu werden.
Im Navigationsbaum erscheinen sie unter dem eigenen Wurzelknoten Verschattungsobjekte; jedes Verschattungsobjekt fasst eine oder mehrere Flächen zusammen. Neue Verschattungsflächen erhalten die Standardfarbe Blau (#6E96C8). Für Verschattungsobjekte selbst werden keine Verschattungsfaktoren berechnet – sie verschatten nur andere Flächen.
Es gibt zwei Wege, Verschattungsgeometrie anzulegen: manuell zeichnen oder selektierte OSM-Gebäude umwandeln.
Verschattungselemente zeichnen (Polygon/Rechteck)
Aufruf: Arbeitsbereich Gebäude, linke Werkzeugleiste der Geometrieansicht, Schaltfläche Hinzufügen, im daraufhin angezeigten Eigenschaften-Panel die Gruppe Verschattung mit den Schaltflächen:
Polygon – freies Polygon aus beliebig vielen Eckpunkten
Rechteck – Rechteck aus drei gesetzten Punkten
Der Ablauf entspricht dem Zeichnen normaler Flächen (siehe Flächen & Löcher und Zeichenhilfen):
- Eckpunkte in der Szene klicken oder Koordinaten über die Eingabezeile eintippen. Die Punkte erscheinen in der Vertextabelle (Eckpunkte von Polygonen bzw. Rechteckpunkte) und können dort korrigiert werden (Letzte löschen, Ausgewählte löschen).
- Mit Polygon erstellen bzw. Erstelle Rechteck die Kontur abschließen (alternativ Eingabetaste).
- Auf der Folgeseite Verschattungselement-Eigenschaften den Namen vergeben (Vorgabe Verschattungselement) und mit Verschattungselement erstellen bestätigen. Eine Bauteil-Auswahl gibt es hier bewusst nicht.
Die neue Fläche wird einem Verschattungsobjekt (Vorgabename Verschattungsobjekt) im Navigationsbaum zugeordnet. Verschattungsflächen lassen sich anschließend wie andere Geometrie selektieren, transformieren, kopieren, ein-/ausblenden und löschen.
Gut zu wissen:
Für Nachbargebäude genügen grobe Ersatzflächen: Eine einzelne senkrechte Fläche mit korrekter Höhe und Breite verschattet praktisch genauso wie ein detailliert modellierter Baukörper – die Verschattungsfaktor-Berechnung wird dadurch aber deutlich schneller. Modellieren Sie nur die dem Gebäude zugewandten Fassaden der Umgebung.
OSM zu Verschattung
Importierte OpenStreetMap-Gebäude (siehe OSM-Import) lassen sich direkt in Verschattungsobjekte umwandeln:
Aufruf: Panel Hinzufügen, Gruppe Verschattung, Schaltfläche
OSM zu Verschattung (Tooltip Ausgewähltes OpenStreetMap-Gebäude in Verschattungsobjekt umwandeln). Die Schaltfläche ist nur aktiv, wenn mindestens ein OSM-Gebäude in der Szene selektiert ist.
Für jedes selektierte OSM-Gebäude wird ein eigenes Verschattungsobjekt erzeugt:
- Bei OSM-Gebäuden mit 3D-Extrusion entstehen die Flächen Boden, Dach und Wand 1…n (jeweils mit vorangestelltem Objektnamen).
- Bei nicht extrudierten Gebäuden entstehen Flächen Umriss 1…n aus den Grundriss-Polygonen.
- Der Objektname wird aus den OSM-Daten übernommen (Straße und Hausnummer bzw. hinterlegte Adresse); fehlen diese, heißt das Objekt OSM-Gebäude <OSM-ID>.
Nach der Umwandlung wird die 3D-Darstellung des ursprünglichen OSM-Gebäudes deaktiviert, damit Verschattungsobjekt und OSM-Extrusion nicht doppelt in der Szene stehen. Die Aktion ist als ein Undo-Schritt (OSM-Gebäude in Verschattung umwandeln) rückgängig machbar; dabei wird auch der OSM-Darstellungszustand wiederhergestellt.
Wirkung in der Verschattungsberechnung
- Bei der Methode Oberflächenteilung gehen die Flächen aller Verschattungsobjekte als Hindernispolygone in das Clipping ein. Im Modus „Nur ausgewählte Geometrie” zählen dabei nur selektierte Verschattungselemente.
- Bei der Methode Rendering werden Verschattungsobjekte und OSM-Gebäude als Teil der gerenderten Szene berücksichtigt.
- Änderungen an Verschattungsobjekten machen bereits berechnete Verschattungsfaktoren ungültig – der Aktualitäts-Hash (siehe Verschattungsfaktoren berechnen) schlägt eine Neuberechnung vor.