Simulationseinstellungen und Start

Simulationszeitraum, Netz- und Solver-Einstellungen festlegen und die dynamische Jahressimulation starten

Überblick

Auf der Seite Dynamische Simulation legen Sie Simulationszeitraum, netzspezifische Modelloptionen und Solver-Einstellungen fest und starten die Jahressimulation. Vor dem Start prüft VICUS Districts das Netz automatisch auf typische Fehlerquellen (offene Enden, fehlende Pumpenkennlinien, veraltete Gleichzeitigkeitsergebnisse) und exportiert das Projekt in das Rechenmodell des Solvers.

Aufruf

Schaltfläche Simulation in der Hauptsymbolleiste, dann Seite Dynamische Simulation in der Liste links. Links stehen die Reiter Netzeinstellungen und Performance-Optionen, rechts daneben Simulationszeitraum und Start-Schaltflächen.

Simulationszeitraum

Bereich Start der Simulation:

FeldFormat / EinheitBedeutung
Anfangsdatum:dd.mm.yyyy hh:mm:ssBeginn des Simulationszeitraums
Enddatum:dd.mm.yyyy hh:mm:ssEnde des Simulationszeitraums
Dauer:Wert + Zeiteinheit (z. B. h, d, a)Länge des Zeitraums

Enddatum und Dauer sind gekoppelt: Ändern Sie die Dauer, wird das Enddatum automatisch angepasst und umgekehrt.

Netzeinstellungen

Seite Dynamische Simulation mit aktivem Reiter Netzeinstellungen, Simulationszeitraum und Start-Schaltflächen
Seite Dynamische Simulation, Reiter Netzeinstellungen: Simulationszeitraum, Modelloptionen für hydraulische Netze und Start-Schaltflächen

Reiter Netzeinstellungen, Bereich Modelloptionen für hydraulische Netze:

OptionStandardEinheitBedeutung
Zu simulierendes Netzwerk:aktives NetzAuswahl bei mehreren Netzen im Projekt
Nominale Temperaturdifferenz:aus NetzparameternK (0–100)Nominale Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf des Netzes
Position der Druckhaltung:Am Knoteneinlass oder Am Knotenauslass des Referenzknotens; als Referenzknoten stehen die Quellenknoten (Energiezentralen) zur Auswahl
Druck in Druckhaltung:aus Netzparameternbar (0–100)Referenzdruck, der am Druckhaltungsknoten gehalten wird
Länge der Rohrdiskretisierung:aus Netzparametern (je nach Netztyp z. B. 10 m)mMaximale Länge der Fluidvolumen, in die jedes Rohr thermisch unterteilt wird (siehe Modellabbildung)
Anfangswert Fluidtemperatur:leer = automatisch°C (−100–500)Anfangstemperatur des Fluids im gesamten Netz zu Simulationsbeginn

Der Bereich Optionen für die Kopplung mit dem Erdreich erscheint nur, wenn das Netz Rohre mit Erdreich-Wärmeaustausch (Bodenmodell) oder geothermische Komponenten mit gekoppeltem Erdreichmodell enthält:

OptionEinheitBedeutung
Zeitschritt der Kopplung:minKommunikationszeitschritt zwischen Netzmodell und Erdreichmodellen; für numerische Stabilität werden maximal 20 min empfohlen
Diskretisierung in mehreren Erdreichmodellen entlang des NetzesErzeugt mehrere Erdreichmodelle entlang der Trassen statt eines Modells je Verlegesituation (Standard: aus)
Temperaturintervall der Flüssigkeit:KTemperaturschrittweite für die Aufteilung in Erdreichmodelle (nur bei aktivierter Diskretisierung)
Anzahl der Erdreichmodelle:Anzeige der resultierenden Modellanzahl nach Klick auf Berechnung der Diskretisierung des Erdreichmodells

Solver-Einstellungen

Reiter Performance-Optionen mit Solver-Einstellungen der dynamischen Simulation
Seite Dynamische Simulation, Reiter Performance-Optionen: Solver-Einstellungen und Kommandozeilen-Solver-Optionen

Reiter Performance-Optionen. Die Vorgabewerte sind für Wärmenetze geeignet; Anpassungen sind nur bei Konvergenzproblemen oder sehr großen Netzen nötig.

OptionStandardBedeutung
Relative Toleranz:10⁻⁵Relative Fehlertoleranz der Zeitintegration
Integrator:CVODEZeitintegrationsverfahren mit adaptiver Schrittweite; alternativ Implicit/Explicit Euler mit fester Schrittweite
Erster Zeitschritt:0,1 sStartzeitschritt der Integration
Maximale Zeitschrittgröße:1 hObergrenze der adaptiven Schrittweite
Solver für lineare Gleichungssysteme:KLU (sparse)Alternativ Dense, GMRES oder BiCGStab
Solver für hydraulische NetzwerkeNewton-Konvergenztoleranz:, Anfangsbedingungen des Newton-Verfahrens (Ergebnisse des vorherigen Zeitschritts als Anfangsbedingung verwenden) sowie optional System nur in festen Zeitschritten berechnen:

Im aufklappbaren Bereich Kommandozeilen-Solver-Optionen stehen zusätzlich:

OptionStandardBedeutung
Detail der Solver-Meldung:NormalAusgabetiefe im Konsolenfenster (Minimum bis Sehr detailliert)
Anzahl paralleler Threads:leer = automatischFest vorgegebene Threadanzahl (1–64)
Schreibe Statistiken für jeden internen LösungsschrittausErzeugt detaillierte Solver-Statistikdateien
Schließe Konsolenfenster nach SimulationsendeausKonsolenfenster nach dem Lauf automatisch schließen
Befehlszeile in die Zwischenablage kopierenKopiert den vollständigen Solver-Aufruf, z. B. für Batch-Läufe

Die Ausgaben der Simulation konfigurieren Sie auf der Seite Ausgaben; für Wärmenetze erzeugt die Option Generiere standardmäßige netzbezogene Ausgaben automatisch alle üblichen Ergebnisgrößen (siehe Modellabbildung und Ergebnisgrößen).

Start und Prüfungen

  • Simulation starten startet den Simulationslauf mit Fortschrittsanzeige und Abbrechen-Schaltfläche.
  • Testinitialisierung prüft die Modellinitialisierung auf Eingabefehler, ohne die Simulation zu rechnen – empfehlenswert vor langen Läufen.
  • Protokoll öffnet die Solver-Protokolldatei <Projektname>/log/screenlog.txt.

Vor dem Start führt VICUS Districts automatisch folgende Prüfungen durch:

  1. Netzbereinigung: Formstücke werden korrigiert und offene Leitungsenden bereinigt (als rückgängig machbare Änderung).
  2. Erdreichkopplung: Ist der Kopplungszeitschritt größer als 20 min, bietet ein Dialog an, ihn auf 20 min zu reduzieren (Auf 20 min reduzieren / Beibehalten).
  3. Geregelte Pumpen ohne Begrenzungspolynom: Warnung mit Liste der betroffenen Knoten und Komponenten; ohne Begrenzungspolynom kann die Simulation fehlschlagen. Empfehlung: Pumpenkennlinie über die stationäre Berechnung aus der Datenbank zuweisen.
  4. Gleichzeitigkeit: Sind die Gleichzeitigkeitsergebnisse veraltet, wird die Optimierung vor dem Start automatisch neu ausgeführt.

Anschließend wird das Projekt in das Rechenmodell des Solvers exportiert (Fortschrittsdialog) und der Lauf gestartet. Enthält das Netz gekoppelte Erdreichmodelle, läuft die Simulation automatisch als Co-Simulation von Netz- und Erdreichmodellen.

Praxis-Tipp:

Starten Sie einen langen Jahreslauf nie ungeprüft. Mit Testinitialisierung prüfen Sie das Modell in Sekunden auf Eingabefehler, ohne die Simulation zu rechnen – das erspart Ihnen den Abbruch nach vielen Minuten Rechenzeit. Nehmen Sie außerdem die Vorab-Prüfungen ernst: Eine Warnung zu geregelten Pumpen ohne Begrenzungspolynom kann den Lauf tatsächlich scheitern lassen; weisen Sie die Pumpenkennlinie dann vorab über die stationäre Berechnung aus der Datenbank zu.

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