Ausgaben definieren
Standard- und benutzerdefinierte Ausgaben der dynamischen Simulation festlegen: Ergebnisgrößen, Dateiformat und Ausgabegitter
Überblick
Auf der Seite Ausgaben legen Sie fest, welche Ergebnisgrößen die dynamische Simulation schreibt, in welchem zeitlichen Raster (Ausgabegitter) und in welchem Dateiformat. In den meisten Projekten genügen die Voreinstellungen: Die netzbezogenen Standardausgaben liefern automatisch alle Größen, die die integrierte Ergebnisdarstellung benötigt. Zusätzliche Größen – etwa die Reynolds-Zahl eines Rohres oder die Stellgröße eines Reglers – ergänzen Sie bei Bedarf als benutzerdefinierte Ausgaben.
Aufruf
Schaltfläche Simulation in der Hauptsymbolleiste, dann Seite Ausgaben in der Liste links.
Standardausgaben
Die Option Generiere standardmäßige netzbezogene Ausgaben ist bei Wärmenetz-Projekten standardmäßig aktiviert und erzeugt beim Simulationsstart automatisch Ausgabedefinitionen für alle Elemente des simulierten Netzes:
- Elementgrößen: Massenstrom, Volumenstrom, Strömungsgeschwindigkeit, Temperaturen und Drücke an Ein- und Austritt, Druck- und Temperaturdifferenz, Wärmeverluste, Heiz- und elektrische Leistungen, COP, Förderhöhe und weitere – welche Größen ein Element liefert, hängt vom Komponententyp ab (vollständige Liste siehe Modellabbildung und Ergebnisgrößen).
- Summenausgaben: Zusätzlich wird der summierte Wärmestrom (HeatLossSum) als Mittelwert je Ausgabeschritt geschrieben – je Komponente (z. B. alle Übergabestationen eines Typs) sowie für alle Vorlaufrohre, alle Rücklaufrohre und alle Rohre zusammen.
Die Standardausgaben werden stündlich geschrieben – sie verwenden immer das erste Ausgabegitter in der Liste (das Standardgitter hourly).
Die Standardausgaben sind Voraussetzung für die integrierte Ergebnisdarstellung (Falschfarben, Liniendiagramme, Zusammenfassung). Deaktivieren Sie die Option nur, wenn Sie sämtliche Ausgaben manuell definieren wollen.
Ausgabeformat
Die Option Binärformat verwenden (standardmäßig aktiviert) bestimmt das Dateiformat der Ergebnisdateien im Ordner <Projektname>/results/:
| Format | Dateiendung | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Binärformat | .btf | Schneller beim Schreiben und Lesen, deutlich kleinere Dateien – spürbar bei großen Netzen und feinen Ausgabegittern |
| Textformat | .tsv | Tabulatorgetrennte Textdatei, direkt in Texteditor, Excel oder Python lesbar |
Die integrierte Ergebnisdarstellung und die externe PostProc-Anwendung lesen beide Formate. Das Textformat lohnt sich, wenn Sie die Dateien mit eigenen Werkzeugen weiterverarbeiten wollen (siehe Auswertung und Export).
Ausgabegitter
Ein Ausgabegitter legt fest, zu welchen Zeitpunkten Ergebnisse geschrieben werden – unabhängig von den intern verwendeten Zeitschritten des Solvers. Die Tabelle Ausgabegitter zeigt alle Gitter des Projekts mit den Spalten Name, Intervalle, Anfang und Ende.
Die erste Zeile ist immer das Standardgitter hourly (Start bei 0, Schrittweite 1 h, bis Ende der Simulation). Es ist grau dargestellt und kann weder bearbeitet noch gelöscht werden.
Eigene Gitter verwalten Sie über die Schaltflächen rechts neben der Tabelle:
| Schaltfläche | Funktion |
|---|---|
| + | Neues Ausgabegitter anlegen |
| … | Ausgewähltes Gitter bearbeiten |
| − | Ausgewähltes Gitter löschen |
Im Editor-Dialog vergeben Sie einen eindeutigen Namen (der Name hourly ist reserviert) und definieren über Anzahl der Intervalle einen oder mehrere aufeinanderfolgende Zeitabschnitte. Je Intervall geben Sie Startzeit, Endzeit und Schrittlänge jeweils mit Zeiteinheit an (z. B. 0 d, 1 h, 30 min):
- Die Startzeit zählt ab Simulationsbeginn und ist Pflicht; die Intervalle dürfen sich nicht überlappen.
- Die Endzeit ist optional – bleibt sie im letzten Intervall leer, läuft das Gitter bis zum Ende der Simulation.
- Die Schrittlänge ist der Abstand der Ausgabezeitpunkte innerhalb des Intervalls.
Beispiel für eine 2-Jahres-Simulation mit feiner Auswertung im zweiten Jahr: Intervall 1 mit Startzeit 0 a und Schrittlänge 1 d, Intervall 2 mit Startzeit 1 a und Schrittlänge 1 h.
Benutzerdefinierte Ausgaben können jedes Gitter der Liste verwenden; die automatisch generierten Standardausgaben nutzen immer das erste Gitter. Ergebnisdateien auf einem anderen Gitter als hourly erhalten dessen Namen als Zusatz im Dateinamen.
Benutzerdefinierte Ausgaben
Der aufklappbare Bereich Benutzerdefinierte Ausgaben ergänzt einzelne Ergebnisgrößen, die über die Standardausgaben hinausgehen. Der Arbeitsablauf:
- Ausgabeliste aktualisieren: Führt eine Testinitialisierung des Modells durch und erzeugt die Datei
<Projektname>/var/output_reference_list.txtmit allen im aktuellen Modell verfügbaren Größen. Ist das Projekt neuer als diese Liste, erscheint der Hinweis “Die Ausgabedefinitionsliste ist veraltet, Sie sollten die Ausgabeliste aktualisieren.” - Größe in der Tabelle Verfügbare Ausgaben auswählen. Die Tabelle zeigt Schlüsselwort, Einheit und Beschreibung jeder Größe; gefiltert wird über die Objekttyp-Schaltflächen (z. B. Alle, Netzelement, Modell, Standort) sowie die Felder Namensfilter: und Einheitenfilter:.
- Objekte wählen: Mit aktivierter Option Ausgaben für alle Objekte schreiben (Standard) gilt die Ausgabe für alle Objekte des Typs. Deaktivieren Sie die Option, erscheinen die Listen Objekte und ggf. Vektorindizes, in denen Sie einzelne Netzelemente per Mehrfachauswahl festlegen.
- Mit + oder Doppelklick auf die Zeile wird die Definition in die Tabelle Definierte Ausgaben übernommen.
Die Tabelle Definierte Ausgaben listet alle benutzerdefinierten Ausgaben mit Größe, Objekttyp, Objekt-IDs, Vektor-IDs, Zeittyp (Mittelwert/Integral) und Ausgabegitter. Die letzten beiden Spalten sind direkt in der Tabelle editierbar:
| Zeittyp | Bedeutung |
|---|---|
| None | Momentanwert zum Ausgabezeitpunkt |
| Mean | Mittelwert über den letzten Ausgabeschritt |
| Integral | Kumuliertes Zeitintegral seit Simulationsbeginn – aus einer Leistung wird so eine aufsummierte Energiemenge |
Beim Hinzufügen wird der Zeittyp automatisch vorbelegt: Leistungsgrößen (Einheit W) erhalten Mean, alle anderen None. Gemittelte und integrierte Ausgaben erhalten den Zusatz -mean bzw. -integral im Dateinamen.
Definitionen, die im aktuellen Modell nicht (mehr) verfügbar sind – etwa nach dem Löschen eines Netzelements –, werden rot und kursiv dargestellt; der Tooltip nennt die Ursache (z. B. “Keine solche Objekt-ID”). Aktualisieren Sie in dem Fall die Ausgabeliste und entfernen Sie verwaiste Definitionen mit −.
Praxis-Tipp:
Wenn Sie aus einer Leistung direkt Energiemengen brauchen – etwa Monatsbilanzen der eingespeisten Wärme –, kombinieren Sie ein eigenes Ausgabegitter mit dem Zeittyp Integral: Ein Gitter mit Schrittlänge 30 d und die Heizleistung als Integral liefern die aufsummierte Energiemenge zu jedem Monatsende. Der letzte Wert der Datei ist die Jahresenergie, die Monatswerte ergeben sich als Differenz benachbarter Zeilen – das Aufsummieren stündlicher Zeitreihen entfällt. Nebeneffekt: Die Datei bleibt winzig – zwölf Werte statt 8760.