Falschfarben-Darstellung

Ergebnisgrößen wie Lufttemperatur oder Kühllast direkt auf der Gebäudegeometrie einfärben: konfigurierte Ansichten, Farbskala, Min/Max-Bereich, Ausblende-Schwellen und Zeitpunkt-Analyse

Überblick

Die Falschfarben-Darstellung färbt die Gebäudegeometrie in der 3D-Szene nach einer simulierten Ergebnisgröße ein, z. B. der Lufttemperatur je Raum zu einem wählbaren Zeitpunkt. Datengrundlage sind die Ausgabedateien der letzten Simulation im Ergebnisverzeichnis des Projekts (siehe Externe Auswertung). Welche Größen zur Verfügung stehen, hängt daher von den konfigurierten Ausgaben ab.

Aufruf

Die Ergebnisansicht wird über die Schaltfläche Ergebnisse in der linken Hauptwerkzeugleiste geöffnet. Sie zeigt die 3D-Szene mit einer eigenen Werkzeugleiste am rechten Rand:

RegisterkarteFunktion
ÜbersichtAggregierte Kennwerte (Spitzenlasten, Jahresenergie, Maximaltemperaturen, Flächen)
FalschfarbenFalschfarben-Darstellung auf der Geometrie (diese Seite)
GebäudeLiniendiagramme der Gebäude-Ergebnisgrößen
NetzNetz-Ergebnisdiagramme (nur bei Projekten mit Netzen relevant)

Ergebnisstatus und Neuladen

Am oberen Rand des Ergebnis-Panels — auf allen Registerkarten sichtbar — fasst eine Statuszeile den Zustand von Simulation, Projekt und Datencache zusammen (z. B. Ergebnisse aktuell, Simulation läuft, Projekt seit letztem Lauf geändert, Noch keine Ergebnisse). Die Schaltfläche Details klappt die Einzelangaben Simulation:, Projekt:, Ergebnisverzeichnis: und Datencache: auf; über die Schaltfläche daneben lässt sich das Ergebnisverzeichnis im Dateimanager öffnen. Mit (“Ergebnisdateien von der Festplatte neu laden”) werden alle Ergebnisdateien neu eingelesen — nötig nach einem erneuten Simulationslauf. Während einer laufenden Simulation prüft VICUS Buildings den Dateistatus automatisch im Sekundentakt.

Konfigurierte Ansichten

Der Abschnitt Konfigurierte Ansichten listet die im Projekt gespeicherten Falschfarben-Ansichten mit den Spalten Größe, Einheit und Zeitpunkt. Ein Statussymbol je Zeile zeigt die Datenverfügbarkeit; die Legende darunter erklärt die Symbole:

  • Aktuell — Daten sind eingelesen und aktuell
  • Neu laden — Datei vorhanden, aber noch nicht (oder veraltet) eingelesen; Anklicken lädt die Daten
  • Fehlt — benötigte Ergebnisdatei ist noch nicht oder nicht mehr vorhanden

Ein einfacher Klick auf eine Zeile lädt die Daten (bei Bedarf von der Festplatte) und zeigt die Ansicht in der 3D-Szene an. Die Schaltflächen unter der Tabelle:

  • Eine neue konfigurierte Ansicht aus einer Vorlage hinzufügen — öffnet den Dialog Neue Falschfarben-Ansicht erstellen (siehe unten)
  • Ausgewählte Ansicht mit aktueller Konfiguration aktualisieren — speichert Farbskala, Bereich, Schwellen und Zeitpunkt in die Ansicht; nur aktiv, wenn die Konfiguration von der gespeicherten Ansicht abweicht (Warnhinweis Konfiguration unterscheidet sich von gespeicherter Ansicht.)
  • Aktuelle Konfiguration in eine neue Ansicht kopieren — fragt im Dialog Diagrammname eingeben einen neuen Namen ab (Vorschlag mit Suffix ” (Kopie)”)
  • Ausgewählte konfigurierte Ansicht entfernen

Alle vier Aktionen sind Undo-fähig; die Ansichten werden mit dem Projekt gespeichert und stehen nach dem erneuten Öffnen wieder zur Verfügung.

Neue Ansicht aus Vorlage anlegen

Der Dialog Neue Falschfarben-Ansicht erstellen zeigt unter Größenauswahl die verfügbaren Vorlagen mit Filter: (Eingabefeld Nach Größenname filtern…) und der standardmäßig aktiven Option Nur verfügbare anzeigen (blendet Vorlagen ohne passende Ergebnisdatei aus). Unter Ansichtsname ist ein eindeutiger Name für die neue Ansicht anzugeben; doppelte oder leere Namen werden abgewiesen.

Für Gebäude sind folgende Vorlagen eingebaut (Raumgrößen, gefärbt werden alle Flächen der Zone):

VorlageErgebnisdatei
LufttemperaturAirTemperature
Geräte-Wärmelast (Mittelwert)ConvectiveEquipmentHeatLoad-mean
Beleuchtungs-Wärmelast (Mittelwert)ConvectiveLightingHeatLoad-mean
Personen-Wärmelast (Mittelwert)ConvectivePersonHeatLoad-mean
Ideale Kühllast (Mittelwert)IdealCoolingLoad-mean

Diese Größen werden bei aktivierter Option Generiere standardmäßige gebäudebezogene Ausgaben automatisch stündlich geschrieben, siehe Ausgaben. Daneben existieren Vorlagen für Netzgrößen (Rohrleitungen). Räume ohne Datenspalte in der Ergebnisdatei bleiben grau eingefärbt.

Farbskala

Der aufklappbare Abschnitt Farbskala steuert die Einfärbung:

  • Farbskala: Auswahlliste der eingebauten Farbverläufe — Standard (Turbo), Viridis, Spectral, Plasma, Inferno, Magma, Cividis, Turbo, Coolwarm, Red-Blue, Red-Yellow-Blue, Seismic, Hot, Cool, Jet, Rainbow. Die Checkbox Invertieren kehrt die Skala um (niedrige Werte verwenden das obere Ende der Palette). Über Bearbeiten… lässt sich im Dialog Farbskala bearbeiten eine eigene Skala aus Farbstopps definieren (Positionen 0 bis 1, Farbe per Doppelklick, Farbstopp hinzufügen/Farbstopp entfernen); sie erscheint als Eintrag Benutzerdefiniert und gilt für die aktuelle Darstellung — beim Speichern in eine Ansicht und beim erneuten Laden werden nur die eingebauten Farbskalen übernommen.
  • Bereich: mit Min und Max — Wertebereich, auf den die Farbskala abgebildet wird. Werte werden linear normiert; bei manueller Eingabe korrigiert das Programm automatisch, falls Min ≥ Max.
  • Ausblenden wenn: mit den Feldern < und > — Objekte, deren Wert unter die untere bzw. über die obere Schwelle fällt, werden vollständig transparent geschaltet. Leere Felder deaktivieren die jeweilige Schwelle.
  • Lokal Min/Max — setzt den Farbbereich auf Minimum/Maximum des aktuell eingestellten Zeitpunkts. Die Schaltfläche rastet ein: solange sie aktiv ist, wird der Bereich bei jeder Zeitpunktänderung neu berechnet.
  • Global Min/Max — setzt den Farbbereich auf Minimum/Maximum der gesamten Zeitreihe. Beim Laden einer Ansicht wird zunächst der globale Bereich angesetzt und anschließend durch gespeicherte Min/Max-Werte der Ansicht ersetzt, sofern vorhanden.

In der 3D-Szene wird eine halbtransparente Farblegende mit Ansichtsname, Skala und Wertebereich eingeblendet.

Gut zu wissen:

Mit den Ausblende-Schwellen lassen sich kritische Räume schnell isolieren: Tragen Sie z. B. bei der Lufttemperatur unter Ausblenden wenn: < den Wert 26 ein — es bleiben nur die Räume sichtbar, die zum gewählten Zeitpunkt über 26 °C liegen. Bei ausgeblendeten Räumen werden auch deren Fenster transparent, sodass der Blick ins Gebäudeinnere frei wird.

Zeitpunkt wählen (Zeit-Slider)

Am unteren Rand des Panels liegt ein Zeit-Slider mit Markierungen an den Ausgabezeitpunkten (bei dicht liegenden Zeitpunkten werden die Markierungen zur Lesbarkeit ausgedünnt). Zwischen den Ausgabezeitpunkten wird nicht interpoliert; angezeigt wird stets der Wert des zuletzt erreichten Ausgabezeitpunkts. Bedienelemente:

  • Schieberegler über den gesamten Simulationszeitraum
  • Sprung zum Anfang, Animation abspielen/pausieren, Sprung zum Ende; der kleine Schieberegler daneben regelt die Animationsgeschwindigkeit
  • Datums-/Zeitfeld (Format dd.MM. HH:mm, mit Kalender-Popup) und Stundenfeld (Suffix h, 0 bis 8759 h) zur direkten Eingabe

Der eingestellte Zeitpunkt wird als Teil der Ansicht gespeichert und in der Tabellenspalte Zeitpunkt angezeigt.

Analyse: Extremwerte finden

Der aufklappbare Abschnitt Analyse bietet:

  • Springe zu Zeit: mit auf Maximalwert und auf Minimalwert — stellt den Zeit-Slider auf den Zeitpunkt des größten bzw. kleinsten Werts der gesamten Zeitreihe (über alle Objekte).
  • Objekt finden: mit mit Maximalwert und mit Minimalwert — selektiert das Objekt mit dem größten bzw. kleinsten Wert zum aktuell eingestellten Zeitpunkt, scrollt im Navigationsbaum dorthin und richtet die Kamera auf die Auswahl aus.
  • Aktuelle Auswahl: — zeigt Namen und Wert des aktuell selektierten Objekts zum eingestellten Zeitpunkt. Ohne Auswahl steht dort Nichts ausgewählt, bei Mehrfachauswahl Mehrere Objekte ausgewählt; das Wertefeld trägt sonst den Platzhalter Objektauswahl erforderlich.

Gut zu wissen:

Die beiden Analyse-Funktionen kombiniert ergeben den typischen Arbeitsablauf zur Überhitzungsprüfung: erst mit Springe zu Zeit: auf Maximalwert zum heißesten Zeitpunkt des Jahres wechseln, dann mit Objekt finden: mit Maximalwert den kritischsten Raum selektieren. Für Vergleiche zwischen Zeitpunkten empfiehlt sich Global Min/Max als Farbbereich, damit die Farben über die Zeit konsistent bleiben — Lokal Min/Max spreizt dagegen die Farbskala für den jeweiligen Zeitpunkt maximal auf.

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