Sonnenschutz zuweisen
Panel Sonnenschutzelemente: Sonnenschutzsysteme an Fenster zuweisen und entfernen, Legende Räume mit/ohne Verschattungsregelung, Zusammenspiel mit der Regelung aus dem Nutzungsprofil
Überblick
Im Panel Sonnenschutzelemente weisen Sie Fenstern ein Sonnenschutzsystem aus der Datenbank zu (Rollladen, Jalousie, Markise, innenliegender Behang usw.). Ein Sonnenschutzsystem beschreibt den solaren Transmissions- und Reflexionsgrad des Behangs sowie dessen Einbaulage (außen, innen oder im Scheibenzwischenraum); die Datensätze werden in der Sonnenschutz-Datenbank gepflegt (Menü Datenbanken > Sonnenschutz…).
Die Zuweisung wird an derselben Teilflächen-Bauteilinstanz gespeichert wie das Fensterbauteil. In der Simulation wirkt der Sonnenschutz daher nur bei Teilflächen, denen auch ein Fensterbauteil zugewiesen ist. Ob der Behang starr oder geregelt gefahren wird, bestimmt die Verschattungsregelung im Nutzungsprofil des Raums (siehe unten).
Aufruf
Arbeitsbereich Gebäude, Schaltfläche Gebäude in der linken Werkzeugleiste, dort die Seite Sonnenschutzelemente (Gruppe der Öffnungs-Seiten). Beim Öffnen schaltet die 3D-Szene in den Falschfarbenmodus für Sonnenschutz.
Falschfarbendarstellung und Legende
Die Tabelle des Panels (Spaltenüberschrift Sonnenschutz) fasst alle sichtbaren Teilflächen nach ihrem Zuweisungszustand zusammen:
| Zeile | Farbe | Bedeutung |
|---|---|---|
| Unbenutzter Sonnenschutz (nicht verbunden/zugewiesen) | Dunkelgrau | Teilflächen ohne Teilflächen-Bauteilinstanz |
| Fenster ohne Verschattung | Dunkelgrau | Teilflächen mit Bauteilinstanz, aber ohne (gültiges) Sonnenschutzsystem |
| Name des Sonnenschutzsystems | Farbe des Datenbankelements | Teilflächen mit zugewiesenem Sonnenschutz |
Teilflächen mit Sonnenschutz werden in der Szene halbtransparent in der Farbe des Sonnenschutzsystems eingefärbt. Zusätzlich färbt dieser Modus die Räume danach ein, ob ihr Nutzungsprofil eine Verschattungsregelung enthält. Die schwebende Szenenlegende (Titel Sonnenschutz) zeigt dafür zwei Einträge:
- Räume mit Verschattungsregelung – das zugewiesene Nutzungsprofil referenziert eine gültige Verschattungsregelung
- Räume ohne Verschattungsregelung – kein Nutzungsprofil, keine oder ungültige Verschattungsregelung
Die beiden Raumfarben stammen aus dem aktiven Farbschema (hell/dunkel). Ausgeblendete Teilflächen bleiben in Tabelle und Färbung unberücksichtigt.
Sonnenschutz zuweisen
Der Bereich Ausgewählte Fläche(n) ist aktiv, sobald mindestens eine Teilfläche selektiert ist; die Zeile Ausgewählter Sonnenschutz: zeigt den Zustand der Auswahl (Keine, Name und ID, %1 verschiedene Bauteile oder Bauteil mit ungültiger/unbekannter ID). Hinter Verschattung zuweisen stehen zwei Wege:
DB… – öffnet den Datenbankdialog zur Auswahl eines Sonnenschutzsystems und weist es allen selektierten Teilflächen zu.
Tabelle – weist das in der Tabelle markierte Sonnenschutzsystem direkt zu; aktiv nur bei markierter Zeile mit gültigem System und nicht leerer Auswahl.
Vorhandene Bauteilinstanzen der selektierten Teilflächen werden aktualisiert; für Teilflächen ohne Instanz wird eine neue angelegt. Die Aktion ist über Rückgängig umkehrbar.
Sonnenschutz entfernen
Entfernen löscht die Sonnenschutz-Referenz aller aktuell selektierten Teilflächen. Fensterbauteil und Bauteilinstanz bleiben unverändert erhalten – es wird nur der Behang entfernt.
Bearbeiten, Austauschen, Auswählen
Bearbeiten… – öffnet das markierte Sonnenschutzsystem im Datenbankdialog (auch per Doppelklick auf die Tabellenzeile). Bei Zeilen ohne gültiges System startet der Doppelklick stattdessen die Zuweisung.
Austauschen… – ersetzt projektweit alle Zuordnungen des markierten Sonnenschutzsystems durch ein anderes (Hinweisdialog Teilflächen-Bauteil ersetzen). Bei markierter Zeile Fenster ohne Verschattung erhalten alle Instanzen mit fehlender oder ungültiger Referenz das neu gewählte System.
Auswählen – selektiert alle Teilflächen der markierten Tabellenzeile in Szene und Navigationsbaum.
Zusammenspiel mit der Verschattungsregelung im Nutzungsprofil
Für den NANDRAD-Export wird aus Sonnenschutzsystem und Verglasung jedes Fensters ein Abminderungsfaktor bestimmt:
Dabei ist der Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung und der Gesamtenergiedurchlassgrad der Kombination aus Verglasung und Behang, berechnet nach dem vereinfachten Verfahren der DIN EN ISO 52022-1:2018 (Abschnitt 6.4.2) aus Transmissionsgrad , Reflexionsgrad und Einbaulage des Behangs sowie und der tatsächlich zugewiesenen Verglasung. Der Faktor wird auf den Bereich begrenzt. Da von der Verglasungspaarung abhängt, wird derselbe Behang an unterschiedlichen Verglasungen unterschiedlich wirksam.
Wie der Faktor in der Simulation angewendet wird, hängt vom Nutzungsprofil des Raums ab:
- Mit Verschattungsregelung: Enthält das dem Raum zugewiesene Nutzungsprofil das Untermodell Verschattungsregelung, wird ein geregeltes Verschattungsmodell erzeugt. Der Behang fährt dann in Abhängigkeit des Strahlungssensors; die Sensororientierung wird je nach Regelungskategorie automatisch aus der Orientierung der Fassadenfläche abgeleitet, auf der das Fenster sitzt.
- Ohne Verschattungsregelung: Der Abminderungsfaktor wirkt als konstante Verschattung – der Behang ist dauerhaft aktiv, auch im Winter.
Details zum daraus erzeugten Rechenmodell beschreibt Rechenmodell Fenster.
Sonderfall DIN 4108-2: Im Nachweismodus kann die projektdefinierte Verschattung durch die Normvorgaben ersetzt oder ganz ignoriert werden, siehe Sommerlicher Wärmeschutz nach DIN 4108-2.
Gut zu wissen:
Prüfen Sie nach der Zuweisung die Raumfärbung: Zeigt ein Raum mit Sonnenschutz die Farbe Räume ohne Verschattungsregelung, wirkt der Behang in der Simulation dauerhaft – das drückt nicht nur die sommerliche Überhitzung, sondern auch die erwünschten solaren Gewinne in der Heizperiode. Für realistisches Verhalten ergänzen Sie im Nutzungsprofil des Raums eine Verschattungsregelung (Datenbankdialog Datenbanken > Zonenspezifische Regelungen > Verschattung…).