Netzauslegung
Rohrdimensionierung, Verlustberechnung, Netztemperaturen und Wärmeliniendichte
Die Netzauslegung legt Rohrdurchmesser, Temperaturen und Trassenführung fest und bestimmt damit Investitionskosten und Wärmeverluste über die gesamte Lebensdauer. Ziel ist ein hydraulisch tragfähiges Netz mit geringen Druck- und Wärmeverlusten bei wirtschaftlicher Wärmeliniendichte. Dieser Themenbereich behandelt Rohrdimensionierung, Druckverlust- und Wärmeverlustberechnung sowie die Wahl der Netztemperaturen.
5 Artikel in dieser Kategorie
Rohrdimensionierung in Fernwärmenetzen
Rohrdimensionierung im Wärme- und Fernwärmenetz: Durchmesser aus Massenstrom, Fließgeschwindigkeit (0,5–2,5 m/s) und Druckverlust (100–200 Pa/m). Mit Online-Rechner.
Druckverlustberechnung in Wärmenetzen
Druckverlustberechnung in Wärmenetzen: Darcy-Weisbach, Rohrreibung, Einzelwiderstände und Drucklinienbild. Mit Formeln und Praxistipps.
Wärmeverlustberechnung nach DIN EN 13941
Berechnung der Wärmeverluste in erdverlegten Fernwärmeleitungen: Methoden, Einflussfaktoren und typische Werte
Wärmeliniendichte — Kennzahl für Wärmenetze
Was ist die Wärmeliniendichte und warum ist sie die zentrale Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen?
Netztemperaturen in Wärmenetzen
Vorlauf- und Rücklauftemperaturen in Wärmenetzen: Berechnung, Einflussfaktoren und Optimierung
Überblick: Netzauslegung
Die Netzauslegung beantwortet die zentralen Dimensionierungsfragen eines Wärmenetzes: Welche Nennweiten sind auf welchem Abschnitt erforderlich, welche Druck- und Wärmeverluste entstehen, und mit welchen Vor- und Rücklauftemperaturen soll das Netz betrieben werden? Die Artikel dieses Themenbereichs folgen der Reihenfolge, in der diese Fragen in der Planung auftreten.
Am Anfang steht die Bewertung der Trassen über die Wärmeliniendichte, die angibt, wie viel Wärme je Meter Leitung abgesetzt wird und ob sich eine Erschließung wirtschaftlich darstellen lässt. Die Rohrdimensionierung legt anschließend die Nennweiten über zulässige Strömungsgeschwindigkeiten oder spezifische Druckgefälle fest. Die Druckverlustberechnung liefert die Grundlage für Pumpenförderhöhe und Druckhaltung.
Die Wärmeverlustberechnung nach DIN EN 13941 quantifiziert die Verluste erdverlegter Leitungen in Abhängigkeit von Dämmserie, Verlegetiefe und Temperaturniveau. Der Beitrag zu den Netztemperaturen verbindet beide Seiten: Niedrigere Temperaturen senken die Wärmeverluste, erfordern bei gleicher Leistung aber größere Massenströme und damit größere Nennweiten. Die Auslegung ist daher iterativ und wird in der Praxis mit einer Netzsimulation abgesichert.